ELTIF: Private Markets für Privatanleger nach den Regeln von ELTIF 2.0
Ein ELTIF (European Long-Term Investment Fund, europäischer langfristiger Investmentfonds) bündelt Anlagen, die nicht an der Börse gehandelt werden: Beteiligungen an Unternehmen, Kredite, Infrastruktur und Immobilien. Seit der Reform ELTIF 2.0 dürfen auch Privatanleger ohne gesetzlichen Mindestbetrag einsteigen. Hier erfährst du, welche Regeln seit Januar 2024 gelten, wie Rücknahmen mit Kündigungsfrist und Obergrenze funktionieren, was die Kosten von der Rendite übrig lassen und warum geglättete Bewertungen das Risiko kleiner aussehen lassen, als es ist.
Was ein ELTIF ist
Den ELTIF gibt es seit der Verordnung (EU) 2015/760. Er ist ein alternativer Investmentfonds nach EU-Recht, den eine zugelassene Verwaltungsgesellschaft in der ganzen EU vertreiben darf, und soll langfristiges Kapital für Unternehmen und Projekte abseits der Börse bereitstellen. Lange blieb er eine Nische. Die Reform durch Verordnung (EU) 2023/606 (2023), kurz ELTIF 2.0, gilt seit dem 10. Januar 2024 und hat die Regeln deutlich gelockert. Ältere ELTIFs gelten bis zum 11. Januar 2029 weiter als regelkonform.
Es gibt zwei Bauformen. Der geschlossene ELTIF sammelt Geld in einer Zeichnungsphase, investiert es über einige Jahre und zahlt am Ende der Laufzeit aus; vorher kannst du deine Anteile nicht zurückgeben. Der semi-liquide oder Evergreen-ELTIF hat keine feste Laufzeit, nimmt laufend Geld an und erlaubt Rücknahmen zu festen Terminen, aber nur unter Bedingungen.
Die Regeln seit ELTIF 2.0
Die wichtigsten Änderungen (Heuking 2023; Verordnung (EU) 2023/606 2023):
| Regel | bis 9. Januar 2024 (ELTIF 1.0) | seit 10. Januar 2024 (ELTIF 2.0) |
|---|---|---|
| Mindestanteil zulässiger Anlagen | 70 % des Kapitals | 55 % des Kapitals |
| Barkredite | bis 30 % des Kapitals | bis 50 % des Nettoinventarwerts bei Vertrieb an Kleinanleger, bis 100 % nur für professionelle Anleger |
| Mindestanlage für Kleinanleger | 10.000 € | entfallen |
| Grenze für Kleinanleger mit Finanzportfolio bis 500.000 € | höchstens 10 % in ELTIFs | entfallen |
Was ein ELTIF kaufen darf, regelt Artikel 10 in der neuen Fassung:
- Unternehmensbeteiligungen und Kredite: Eigenkapital, eigenkapitalähnliche Instrumente, Anleihen und Darlehen von qualifizierten Portfoliounternehmen. Das sind Unternehmen ohne Börsennotierung oder mit einem Börsenwert von höchstens 1,5 Mrd. €; Finanzunternehmen nur in Ausnahmen.
- Sachwerte: Anlagen mit einem eigenen Wert aus ihrer Substanz, etwa Infrastruktur, Immobilien oder Maschinen.
- Fonds: Anteile an anderen ELTIFs, Europäischen Risikokapitalfonds (EuVECA), Europäischen Fonds für soziales Unternehmertum (EuSEF), OGAW und EU-AIF; außerdem einfache, transparente Verbriefungen und grüne Anleihen von Portfoliounternehmen.
- Streuung bei Vertrieb an Kleinanleger: höchstens 20 % des Kapitals in einem einzelnen Unternehmen, in einem einzelnen Sachwert oder in einem einzelnen Zielfonds, höchstens 20 % in Verbriefungen. Für Fonds nur für professionelle Anleger entfallen diese Grenzen.
- Der Rest: bis zu 45 % in liquiden Anlagen, die auch ein OGAW halten dürfte, etwa Anleihen, Aktien und Geldmarktinstrumente. Aus ihnen zahlt ein semi-liquider ELTIF seine Rücknahmen.
Vor dem Verkauf an Privatanleger muss das Institut eine Geeignetheitsprüfung nach den Regeln der Finanzmarktrichtlinie MiFID II machen. Bei einer Laufzeit von mehr als zehn Jahren ist ein schriftlicher Warnhinweis Pflicht. Während der Zeichnungsfrist und zwei Wochen danach kannst du ohne Kosten widerrufen, und über deine Zusage hinaus musst du nichts nachschießen.
Laufzeit und Liquidität
Grundsätzlich gilt nach Artikel 18: Anleger können ihre Anteile vor dem Ende der Laufzeit nicht zurückgeben. Wer früher aussteigen will, muss beim geschlossenen ELTIF einen Käufer finden, über einen Zweitmarkt oder über einen Abgleich, bei dem der Fonds Ausstiegs- und Einstiegswünsche zusammenführt. Einen Anspruch auf einen Käufer gibt es nicht.
Ein semi-liquider ELTIF darf Rücknahmen vor Laufzeitende anbieten, wenn er eine Rücknahmepolitik mit Werkzeugen zur Liquiditätssteuerung hat, die zur langfristigen Strategie passt, und die Rücknahmen auf einen Anteil seiner liquiden Anlagen begrenzt. Übersteigen die Wünsche die Grenze, wird anteilig zugeteilt. Die Einzelheiten stehen in Delegierte Verordnung (EU) 2024/2759 (2024), den technischen Regulierungsstandards vom 19. Juli 2024, in Kraft seit 26. Oktober 2024:
- Basis der Rücknahmen: liquide Anlagen am Rücknahmetag plus vorsichtig geschätzte Zuflüsse der nächsten zwölf Monate. Mögliche neue Zeichnungen zählen nicht mit.
- Höchstanteil: aus Anhang I, abhängig von Rücknahmehäufigkeit und Kündigungsfrist, oder aus Anhang II mit einem festen Mindestanteil liquider Anlagen.
- Kündigungsfrist: Ist sie kürzer als drei Monate, muss die Verwaltungsgesellschaft das der Aufsicht begründen.
- Freiwillig: eine Mindesthaltedauer sowie Werkzeuge gegen Verwässerung wie Ausgleichsgebühren, Swing Pricing oder Rücknahmegebühren.
| Rücknahme | ohne Kündigungsfrist | 1 Monat | 3 Monate | 6 Monate | 12 Monate |
|---|---|---|---|---|---|
| jährlich | 100,0 % | 100,0 % | 100,0 % | 100,0 % | 100,0 % |
| halbjährlich | 50,0 % | 54,5 % | 66,7 % | 100,0 % | 100,0 % |
| vierteljährlich | 25,0 % | 27,3 % | 33,3 % | 50,0 % | 100,0 % |
| monatlich | 8,3 % | 9,1 % | 11,1 % | 16,7 % | 100,0 % |
Auszug aus Anhang I: Höchstanteil der Basis je Rücknahmetermin. Nach Anhang II hält der Fonds dagegen ständig einen Mindestanteil liquider Anlagen und darf dafür je Termin mehr auszahlen: jährlich 10 % Mindestanteil und bis 100 %, halbjährlich 15 % und 67 %, vierteljährlich 20 % und 50 %, monatlich 25 % und 20 % auf Monatsbasis. Solche Grenzen heißen in der Praxis Gates.
Beispiel: Rücknahme mit Obergrenze
Kosten und Bewertung
Jeder ELTIF muss eine Gesamtkostenquote veröffentlichen: alle Kosten im Verhältnis zum Nettoinventarwert pro Jahr, mit zwei Nachkommastellen und jährlich aktualisiert. Dazu zählen nach Artikel 12 der Standards die Kosten der Einrichtung, des Erwerbs von Anlagen, die Verwaltungs- und die erfolgsabhängige Vergütung (Performance Fee), der Vertrieb und sonstige Kosten wie Verwahrstelle, Bewertung und Prüfung. Investiert ein ELTIF über Zielfonds, kommen deren Gebühren hinzu. Weitere Bremse ist die Liquiditätsreserve, die weniger abwirft als die privaten Anlagen.
Für Anlagen ohne Börsenkurs gibt es keinen Marktpreis. Ihr Wert wird mit Modellen, Vergleichstransaktionen oder Gutachten geschätzt, oft nur vierteljährlich und mit Verzögerung. Solche Schätzungen reagieren träge: Der gemeldete Wert folgt dem wahren nur teilweise. Diese Bewertungsglättung lässt sich als exponentiell gewichteter gleitender Durchschnitt schreiben:
r*_t = (1 − α) × r_t + α × r*_(t−1) ⇒ σ* = σ × √((1 − α) / (1 + α))- r*_t
- gemeldete Rendite der Periode t
- r_t
- wahre, nicht beobachtbare Rendite
- α
- Grad der Glättung zwischen 0 und 1
- σ, σ*
- wahre und gemeldete Volatilität (bei unabhängigen wahren Renditen)
Für Rücknahmen hat das eine Folge: Fallen die Märkte und der Nettoinventarwert hinkt hinterher, bekommt, wer früh zurückgibt, mehr, als seine Anteile wert sind. Das geht zulasten der Bleibenden. Deshalb erlauben die Standards Werkzeuge gegen Verwässerung.
Was die Forschung zu Private Markets zeigt
Die meisten Studien betreffen geschlossene Private-Equity-Fonds institutioneller Anleger in den USA. Kaplan und Schoar (2005) fanden, dass die Fonds nach Gebühren im Schnitt etwa die Rendite des S&P 500 erzielten, bei großen Unterschieden zwischen den Fonds; gute Manager blieben über Folgefonds hinweg eher gut. Phalippou und Gottschalg (2009) kamen zu einem schlechteren Bild: Gemeldete Renditen seien überzeichnet, unter anderem durch zu hohe Bewertungen laufender Beteiligungen. Nach Gebühren lagen die Fonds im Schnitt 3 % pro Jahr unter dem S&P 500, risikobereinigt 6 %; die Gebühren schätzten sie auf rund 6 % pro Jahr. Mit neueren Cashflow-Daten fanden Harris u. a. (2014) dagegen, dass Buyout-Fonds den S&P 500 über ihre Laufzeit um 20 bis 27 % übertrafen, mehr als 3 % pro Jahr; Venture Capital lag in den 1990er-Jahren vorn, in den 2000ern zurück.
Einig sind sich die Studien bei den Kosten. Laut Phalippou (2009) liegen Private-Equity-Fonds vor Gebühren über dem Aktienmarkt, nach Gebühren darunter, und die Verträge sind schwer zu durchschauen. Metrick und Yasuda (2010) rechnen vor, dass etwa zwei Drittel der erwarteten Einnahmen der Manager aus festen Gebühren stammen, die nicht von der Wertentwicklung abhängen.
Zur Illiquiditätsprämie: Franzoni u. a. (2012) zeigen, dass Private Equity demselben Liquiditätsrisiko ausgesetzt ist wie börsennotierte Aktien. Die Prämie dafür beträgt etwa 3 % pro Jahr und erklärt das gemessene Alpha vollständig. Der Nutzen für die Streuung ist also kleiner, als die geglätteten Bewertungen nahelegen. Couts u. a. (2024) bestätigen das für Fonds mit illiquiden Anlagen allgemein: Ihre Renditen sind künstlich autokorreliert, übliche Korrekturen unterschätzen das systematische Risiko, und ihr Alpha ist niedriger als gedacht. Für semi-liquide ELTIFs an Privatanleger gibt es noch keine lange Datenreihe, denn die Regeln gelten erst seit 2024.
Markt: Wie viele ELTIFs es gibt
Laut einer Auswertung von Scope Fund Analysis (2026) gab es Ende Juli 2026 in Europa 315 aktive ELTIFs. Seit den neuen Regeln kamen 224 auf den Markt, unter den alten Regeln waren es 94. 2025 kamen 114 neue Fonds hinzu, bis Ende Juli 2026 weitere 49. Rund 35 % aller Fonds investieren in Private Debt, 28 % in Private Equity und 16 % in Infrastruktur. Die meisten haben ihren Sitz in Luxemburg (172) und Frankreich (86). Von den 49 neuen Fonds des Jahres 2026 waren mindestens 26 als Evergreen-Fonds gebaut und 14 geschlossen.
Steuern in Deutschland: nur der Rahmen
Ob ein ELTIF steuerlich ein Investmentfonds ist, hängt an seiner Rechtsform. Nach § 1 Abs. 2 des InvStG (2016) sind Investmentfonds alle Investmentvermögen im Sinne des Kapitalanlagegesetzbuchs, also auch ein ELTIF als Sondervermögen oder Investmentgesellschaft. Dann gelten Vorabpauschale und Teilfreistellung wie bei anderen Fonds. Ausgenommen sind nach § 1 Abs. 3 Investmentvermögen in der Rechtsform einer Personengesellschaft, etwa einer Kommanditgesellschaft; für sie gelten andere Regeln.
Die Teilfreistellung nach § 20 beträgt für Privatanleger 30 % bei Aktienfonds, 15 % bei Mischfonds und 60 % bzw. 80 % bei Immobilienfonds, aber nur, wenn die Anlagebedingungen die dafür nötigen Quoten festschreiben. Ein ELTIF, der vor allem Kredite vergibt, erreicht keine Aktienquote, denn Darlehen sind keine Kapitalbeteiligungen. Wie die Regeln wirken, erklären die Artikel Abgeltungsteuer und Teilfreistellung und Vorabpauschale. Das ist keine Steuerberatung; maßgeblich sind die Angaben des Fonds.
Für Fortgeschrittene: Was hinter den Grenzen steckt
Die Werte in Anhang I folgen einem einfachen Muster (unsere Lesart, keine Formel der Verordnung): Bei einer Rücknahme alle f Monate und einer Kündigungsfrist von n Monaten ist der Höchstanteil f / (12 − n), höchstens 100 %. Vierteljährlich mit drei Monaten Frist ergibt 3 / 9 = 33,3 %, monatlich ohne Frist 1 / 12 = 8,3 %. Dahinter steht eine Ein-Jahres-Logik: In den 12 − n Monaten, in denen noch Wünsche eingehen können, liegen (12 − n) / f Termine; zahlt der Fonds an jedem den Höchstanteil, ist die Basis nach einem Jahr gerade aufgebraucht.
Auch die Glättung lässt sich umkehren. Kennt man α, folgt die wahre Rendite aus r_t = (r*_t − α × r*_(t−1)) / (1 − α). In der Praxis wird α aus der Autokorrelation der gemeldeten Renditen geschätzt. Die Schätzung ist unsicher, und Couts u. a. (2024) zeigen, dass ähnliche Fonds eine gemeinsame Glättung haben, die einzeln korrigierte Reihen übersehen. Für Kennzahlen heißt das: Bei α = 0,6 verdoppelt sich die gemessene Sharpe Ratio, aus 4 % Überrendite bei 20 % Volatilität (0,2) werden 0,4. Und die gemessene Korrelation zu Aktien fällt zu niedrig aus.
Grenzen und typische Fehler
- Liquidität unter Vorbehalt: Rücknahmen sind begrenzt, und die Grenzen greifen gerade dann, wenn viele aussteigen wollen.
- Bewertung ist kein Preis: Ein ruhiger Kursverlauf heißt nicht, dass die Anlagen ruhig sind. Wer Volatilität oder Drawdown mit Aktien-ETFs vergleicht, vergleicht Schätzungen mit Marktpreisen.
- Kosten auf mehreren Ebenen: Gesamtkostenquote, Performance Fee, Ausgabeaufschlag, Zielfonds und Liquiditätsreserve. Erst alle zusammen zeigen, was bleibt.
- J-Kurve: Geschlossene Fonds tragen Kosten ab dem ersten Tag, Erträge kommen oft erst nach Jahren. Frühe Ergebnisse sind wenig aussagekräftig.
- Manager zählen: Die Unterschiede zwischen Fonds sind groß (Kaplan und Schoar 2005); ein ELTIF ist eher ein aktiver Fonds als ein Indexprodukt.
Dieser Artikel beschreibt Regeln und Forschung; er ist keine Anlage-, Rechts- oder Steuerberatung.
So rechnet Portfolio Lab
Ein eigenes Werkzeug für ELTIFs gibt es nicht, und ELTIF-Anteile haben meist keinen täglichen Börsenkurs. Für die Anlagen dahinter bieten die Anlageklassen börsennotierte Stellvertreter als Monatsreihen in Euro: „Private Equity gelistet“ (@PRIVATE_EQUITY) aus börsennotierten Beteiligungsgesellschaften, „Private Credit gelistet (BDCs)“ (@PRIVATE_CREDIT) aus US-Gesellschaften, die Mittelstandskredite vergeben, „Infrastruktur gelistet“ (@INFRASTRUKTUR) und „Immobilien gelistet (REITs Welt)“ (@REITS). Die Kosten dieser Fonds stecken schon in den Reihen.
Im Backtest zeigen sie das wirtschaftliche Risiko solcher Anlagen zu Marktpreisen: mit voller Schwankung und mit der Nähe zum Aktienmarkt, die geglättete Bewertungen verbergen. Kündigungsfristen, Rücknahmegrenzen, Ausgabeaufschläge und die Gebühren eines ELTIF bildet der Backtest nicht ab. Wie die Reihen entstehen, beschreibt die Methodik der Anlageklassen.
Häufige Fragen
Was ist ein ELTIF?
Ein europäischer langfristiger Investmentfonds nach der Verordnung (EU) 2015/760, der vor allem in nicht börsennotierte Unternehmen, Kredite, Infrastruktur und Immobilien investiert. Seit ELTIF 2.0 (ab 10. Januar 2024) dürfen auch Privatanleger ohne gesetzliche Mindestanlage kaufen, nach einer Geeignetheitsprüfung.
Kann ich einen ELTIF jederzeit verkaufen?
Nein. Geschlossene ELTIFs zahlen erst am Laufzeitende aus, vorher bleibt nur ein Käufer über einen Zweitmarkt oder den Abgleich des Fonds. Semi-liquide ELTIFs nehmen zu festen Terminen zurück, oft mit Kündigungsfrist und nur bis zu einer Obergrenze; darüber hinaus wird anteilig zugeteilt.
Wie hoch sind die Kosten eines ELTIF?
Das zeigt die Gesamtkostenquote, die jeder ELTIF veröffentlichen muss: alle Kosten im Verhältnis zum Nettoinventarwert pro Jahr. Hinzu kommen je nach Fonds Ausgabeaufschlag, Performance Fee und Kosten von Zielfonds.
Wie wird ein ELTIF in Deutschland besteuert?
Ist er als Sondervermögen oder Investmentgesellschaft aufgelegt, als Investmentfonds nach dem InvStG. Dann gelten Vorabpauschale und gegebenenfalls Teilfreistellung, wenn die Anlagebedingungen die Quoten festlegen. ELTIFs in der Rechtsform einer Personengesellschaft fallen nicht darunter. Im Einzelfall hilft eine Steuerberatung.
Warum schwankt ein ELTIF weniger als ein Aktien-ETF?
Weil seine Anlagen geschätzt statt an der Börse bewertet werden, oft nur vierteljährlich. Solche Bewertungen reagieren verzögert und glätten die Renditen. Das wirtschaftliche Risiko ist dadurch nicht kleiner. Börsennotierte Stellvertreter zeigen es deutlicher.
Literatur
- Couts, Spencer J.; Gonçalves, Andrei S.; Rossi, Andrea (2024): Unsmoothing Returns of Illiquid Funds. Review of Financial Studies 37 (7), S. 2110–2155. doi:10.1093/rfs/hhae006
- Deutscher Bundestag (2016): Investmentsteuergesetz (InvStG), §§ 16, 18, 19 und 20 (Investmenterträge, Vorabpauschale, Veräußerung, Teilfreistellung). Bundesgesetzblatt; Fassung auf gesetze-im-internet.de. Quelle
- Europäische Kommission (2024): Delegierte Verordnung (EU) 2024/2759 vom 19. Juli 2024 zur Ergänzung der Verordnung (EU) 2015/760 durch technische Regulierungsstandards (Rücknahmepolitik, Liquiditätsmanagement, Abgleich von Übertragungen, Kosten). Amtsblatt der Europäischen Union vom 25.10.2024, in Kraft seit 26.10.2024; abgerufen am 25.10.2026. Quelle
- Europäisches Parlament; Rat der Europäischen Union (2023): Verordnung (EU) 2023/606 vom 15. März 2023 zur Änderung der Verordnung (EU) 2015/760 in Bezug auf die Anforderungen an die Anlagepolitik und die Bedingungen für die Tätigkeit europäischer langfristiger Investmentfonds sowie in Bezug auf den Umfang der zulässigen Anlagevermögenswerte, die Anforderungen an die Portfoliozusammensetzung und Diversifizierung und die Barkreditaufnahme sowie andere Vertragsbedingungen. Amtsblatt der Europäischen Union vom 20.3.2023, anwendbar ab 10.1.2024; abgerufen am 25.10.2026. Quelle
- Franzoni, Francesco; Nowak, Eric; Phalippou, Ludovic (2012): Private Equity Performance and Liquidity Risk. The Journal of Finance 67 (6), S. 2341–2373. doi:10.1111/j.1540-6261.2012.01788.x
- Harris, Robert S.; Jenkinson, Tim; Kaplan, Steven N. (2014): Private Equity Performance: What Do We Know?. The Journal of Finance 69 (5), S. 1851–1882. doi:10.1111/jofi.12154
- Heuking Kühn Lüer Wojtek (2023): ELTIF II: Novellierung der ELTIF-Verordnung – neuer Handlungsspielraum für Anbieter alternativer Investmentfonds. Heuking Kühn Lüer Wojtek, Update Investmentfonds Nr. 31 vom 13.01.2023; abgerufen am 25.10.2026. Quelle
- Kaplan, Steven N.; Schoar, Antoinette (2005): Private Equity Performance: Returns, Persistence, and Capital Flows. The Journal of Finance 60 (4), S. 1791–1823. doi:10.1111/j.1540-6261.2005.00780.x
- Metrick, Andrew; Yasuda, Ayako (2010): The Economics of Private Equity Funds. Review of Financial Studies 23 (6), S. 2303–2341. doi:10.1093/rfs/hhq020
- Phalippou, Ludovic; Gottschalg, Oliver (2009): The Performance of Private Equity Funds. Review of Financial Studies 22 (4), S. 1747–1776. doi:10.1093/rfs/hhn014
- Phalippou, Ludovic (2009): Beware of Venturing into Private Equity. Journal of Economic Perspectives 23 (1), S. 147–166. doi:10.1257/jep.23.1.147
- Scope Fund Analysis (2026): ELTIF-Markt wächst weiter: Private Debt und Evergreen-Fonds dominieren. Bericht über eine Auswertung von Scope auf FundResearch.de vom 28.08.2026; abgerufen am 25.10.2026. Quelle
Dieser Artikel erklärt eine Methode; er ist keine Anlage- oder Steuerberatung. Zahlenbeispiele sind vereinfacht und gerundet. Alle Begriffe im Glossar.