ETF-Portfolio backtesten: Anleitung für den Portfolio-Backtest
ETF-Portfolio backtesten heißt: ausprobieren, wie sich eine Aufteilung auf ETFs in der Vergangenheit entwickelt hätte, mit Startbetrag, Sparplan, Rebalancing, Kosten und Steuern. Diese Anleitung zeigt Schritt für Schritt, wie ein Portfolio-Backtest in Portfolio Lab abläuft: Wertpapiere suchen, Gewichte für bis zu drei Portfolios eintragen, Annahmen setzen, Ergebnisse lesen und exportieren. Dazu kommen ein nachgerechnetes Beispiel und die typischen Fehler, die einen Backtest zu gut aussehen lassen.
Was ein Backtest zeigt und was nicht
Ein Backtest ist eine Simulation mit echten Kursen: Er legt eine feste Regel (etwa 70 % Aktien-ETF und 30 % Anleihen-ETF, quartalsweise rebalanciert) auf einen vergangenen Zeitraum und rechnet Periode für Periode, was aus dem Geld geworden wäre. Er zeigt, wie tief es in Krisen ging, wie lange die Erholung dauerte und was Kosten und Steuern gekostet haben. Die Zukunft vorhersagen kann er nicht. Er zeigt eine einzige Vergangenheit, und jede Kennzahl daraus ist eine Schätzung mit Unsicherheit (siehe Sharpe Ratio). Eine Bandbreite möglicher Verläufe liefert ergänzend die Monte-Carlo-Simulation.
Schritt 1: Wertpapiere finden
Im Backtest steht oben das Portfolio-Raster: Die Zeilen sind Wertpapiere, die Spalten bis zu drei Portfolios. Das Suchfeld darüber („Wertpapier oder Anlageklasse hinzufügen“) nimmt Fondsnamen, ISIN, WKN oder Börsenkürzel an. Die Vorschläge kommen aus der Wertpapier-Datenbank der App; gibt es zu einer ISIN noch kein Kürzel, sucht der Server die passenden Kursdaten, was einige Sekunden dauern kann. Ein Treffer landet als neue Zeile im Raster, daneben erscheinen Name, Typ und TER.
Ein ETF ist oft an mehreren Börsen notiert; unter Wertpapiere zeigt „Historie aller Treffer prüfen“, welche Notierung am weitesten zurückreicht. Statt eines Wertpapiers kannst du eine Anlageklasse eintragen: lange Monatsreihen in Euro mit einem @ vorn, etwa @AKTIEN_WELT oder @BUND_10J. Es gibt 202 Stück, aufgelistet unter Anlageklassen. Steht bei einem Baustein „Kursdaten fehlerhaft?“, hat die Datenprüfung auffällige Sprünge, eingefrorene Kurse oder Lücken gefunden; ein Klick öffnet den Dialog mit dem Befund.
Schritt 2: Gewichte für bis zu drei Portfolios
In jede Spalte trägst du die Gewichte in Prozent ein; den Namen eines Portfolios änderst du direkt im Spaltenkopf. Unter dem Kopf zeigt ein Balken die Aufteilung, dazu Summe, Zahl der Positionen und gewichtete TER. Weicht die Summe von 100 % ab, wird sie gelb markiert und beim Rechnen auf 100 % skaliert; leere Portfolios überspringt der Backtest. Die Knöpfe „Gleich gewichten“ und „Auf 100 %“ helfen beim Eintragen, „Leeren“ setzt das Raster zurück.
Unter „Vorlagen“ findest du Ausgangspunkte in vier Gruppen: Weltportfolios mit UCITS-ETFs, weitere europäische ETF-Mischungen, klassische Lazy Portfolios mit US-Indexfonds und Mischungen aus Anlageklassen mit langer Historie. Eine Vorlage lädt ihre Aufteilung in das gewählte Portfolio und ergänzt fehlende Wertpapiere. Sie ist ein Ausgangspunkt für eigene Tests, keine Empfehlung. Über „Sets“ speicherst du Raster, Portfolios und Annahmen in deinem Konto, lädst sie später wieder oder lädst sie als Datei herunter. Das Raster ist auf allen Seiten dasselbe: Was du hier einträgst, steht auch in Optimierung, Monte Carlo und Look-through bereit.
Schritt 3: Zeitraum, Währung und Zins einstellen
Zeitraum, Basiswährung, Datenfrequenz, risikofreier Zins und Inflation stehen nicht im Formular, sondern unter Einstellungen. Oben auf der Backtest-Seite zeigen kleine Schaltflächen den aktuellen Stand und führen dorthin. Sie gelten für alle Seiten.
| Einstellung | Voreinstellung | Wozu |
|---|---|---|
| Basiswährung | EUR | Alle Kurse werden mit Tageswechselkursen umgerechnet; wählbar sind auch USD, GBP, CHF, JPY, CAD, AUD oder die lokale Währung je Wertpapier |
| Datenfrequenz | monatlich | Monatsend- oder Tageskurse; mit Anlageklassen rechnet die App immer monatlich |
| Zeitraum | ab 1970 bis heute | gewünschter Start und gewünschtes Ende; tatsächlich beginnt der Backtest erst, wenn alle Bausteine Kurse haben |
| Risikofreier Zins | fester Satz 2 % p. a. | für Sharpe Ratio, Sortino Ratio und Alpha; alternativ der Geldmarktzins der Währung |
| Inflation für reale Werte | Deutschland | reale Endwerte und reale CAGR; wählbar auch Euroraum, USA, Schweiz, Großbritannien oder keine |
Welches Wertpapier den Start begrenzt, nennt das Ergebnis im Kopf („Start begrenzt durch …“). Das ist der häufigste Grund für einen kürzeren Backtest als erwartet. Schritt 6 zeigt, wie ein Proxy die Historie verlängert.
Schritt 4: Startkapital, Sparplan und Entnahmen
Die Karte „Annahmen“ beginnt mit dem Startkapital (Voreinstellung 10.000). Unter „Zu- und Abflüsse“ wählst du „Keine“, „Sparplan“, „Entnahme“ (fester Betrag) oder „Entnahme %“ (Anteil des Vermögens pro Jahr, Voreinstellung 4 %). Für Sparplan und feste Entnahme legst du den Betrag je Termin fest (Voreinstellung 500) und den Rhythmus: je Monat, Quartal oder Jahr. Der Betrag kann um eine zusätzliche Dynamik pro Jahr wachsen oder mit der Inflation steigen. Gebucht wird zum Periodenende.
Für einen Backtest mit ETF-Sparplan wie beim Broker schaltest du in der Karte „Kosten und Steuern“ den Schalter „Sparplan und Handelskosten wie beim Broker“ ein. Dann wählst du einen Ausführungstag zwischen dem 1. und dem 28. des Monats (die App rechnet dafür intern mit Tageskursen) und die Verteilung der Sparrate: nach Zielgewicht oder „Untergewicht zuerst“, also zuerst in Positionen unter ihrem Zielgewicht. Das ist ein Rebalancing ohne Verkäufe.
Die Renditen sind zeitgewichtet. Ein- und Auszahlungen verändern den Endwert, nicht aber CAGR, Volatilität oder Sharpe Ratio (siehe zeitgewichtete Rendite). Bei einem Sparplan ist deshalb der Endwert die Zahl, die du mit der Summe der Einzahlungen vergleichst.
Schritt 5: Rebalancing, Kosten und Steuern
Beim Rebalancing stehen „Kein Rebalancing“, „Monatlich“, „Quartalsweise“ (Voreinstellung), „Halbjährlich“, „Jährlich“ und „Toleranzband“ zur Wahl. Das Band (Voreinstellung ±5 Prozentpunkte) löst eine Umschichtung aus, sobald ein Gewicht so weit vom Ziel abweicht. Umgeschichtet wird zum Schlusskurs des letzten Kurstags der Periode.
Bei den Kosten gibt es drei Ebenen. Die TER steckt schon in den Kursen der Fonds und wird nicht noch einmal abgezogen. Zusatzkosten p. a. (bis 5 %) kommen obendrauf, etwa für eine Vermögensverwaltung. Handelskosten rechnet die App mit dem Schalter „Sparplan und Handelskosten wie beim Broker“: Ordergebühr fest und in Prozent mit Mindestbetrag, Gebühr je Sparplan-Ausführung und die Geld-Brief-Spanne, von der beim Kauf und beim Verkauf je die Hälfte anfällt. Die Vorlagen Neobroker, Direktbank und Filialbank sind Beispielwerte, keine Preise eines bestimmten Anbieters.
„Deutsche Steuern berücksichtigen“ rechnet Abgeltungsteuer mit Solidaritätszuschlag und auf Wunsch Kirchensteuer, den Sparer-Pauschbetrag (Voreinstellung 1.000 €, bei Zusammenveranlagung 2.000 € eintragen), Teilfreistellung, Vorabpauschale und Verlustverrechnung nach heutigem Recht. Die Steuerart je Wertpapier schlägt die App vor; prüfe sie unter „Steuerart je Wertpapier“. Mit „Depot am Ende verkaufen“ zeigt das Ergebnis zusätzlich den Endwert nach Verkauf. Einzelheiten stehen in der Methodik der Steuern; das ist keine Steuerberatung.
Schritt 6: Benchmark und längere Historie
Als Benchmark wählst du einen Ticker oder eine Anlageklasse („z. B. MSCI World oder ^GDAXI“). Sie läuft mit denselben Zu- und Abflüssen, Handelskosten und Steuern, aber ohne Zusatzkosten. Mit Benchmark kommen ab sechs gemeinsamen Perioden Beta, Alpha, R², Tracking Error, Information Ratio, Treynor Ratio, M² sowie Upside- und Downside-Capture hinzu.
Viele ETFs gibt es erst seit wenigen Jahren. Ein Proxy verlängert die Historie: Vor dem ersten Kurs des ETFs hängt die App die Renditen einer verwandten Reihe an, das Niveau schließt am ersten echten Kurs an. Den Proxy setzt du mit dem Knopf „Proxy“ in der Zeile. „Proxies vorschlagen“ ergänzt für alle Bausteine ohne Proxy eine passende Reihe (eine feste Zuordnung oder eine Anlageklasse derselben Kategorie) und übernimmt sie nur, wenn sie mindestens ein Jahr früher beginnt. Achte bei eigenen Proxys darauf, dass sie Dividenden enthalten: Ein Kursindex unterschätzt die Rendite um die Dividendenrendite. Weil Anlageklassen Monatswerte haben, rechnet der Backtest mit ihnen monatlich.
Schritt 7: Ergebnisse lesen
„Backtest starten“ rechnet alle Portfolios. Der Kopf des Ergebnisses nennt Zeitraum, Datenfrequenz und das Wertpapier, das den Start begrenzt; Hinweise der Datenprüfung erscheinen als Kasten. Darunter steht je Portfolio eine Karte mit Endwert, CAGR, Gesamtrendite, Volatilität, maximalem Drawdown, Sharpe und Sortino Ratio. Danach folgt die Wertentwicklung: linear oder logarithmisch, nominal oder real in Kaufkraft zu Beginn. Für lange Zeiträume eignet sich die logarithmische Darstellung: Gleiche Prozentänderungen sind dort gleich hoch.
| Registerkarte | Was du dort siehst |
|---|---|
| Kennzahlen | alle Werte in Gruppen: Vermögen, Rendite, Risiko, risikoadjustiert, gegen die Benchmark und Entnahme (sichere und ewige Entnahmerate) |
| Drawdowns & Krisen | Rückgang vom Höchststand, die größten Drawdowns mit Hoch, Tiefpunkt, Erholung und Dauer sowie neun Krisenzeiträume von der Ölkrise 1973/74 bis zur Zinswende 2022, soweit abgedeckt |
| Kalenderjahre | Jahresrenditen mit Inflation und das Rendite-Dreieck für jedes Paar aus Start- und Endjahr |
| Monate | Monatsrenditen je Jahr als Farbtabelle |
| Rollierend | rollierende Renditen p. a. über Fenster von 1 bis 20 Jahren, soweit die Historie reicht, und eine Zusammenfassung für 1, 3, 5, 7 und 10 Jahre |
| Rückblick | Trailing Returns über 3 Monate, seit Jahresbeginn, 1 Jahr sowie 3, 5 und 10 Jahre p. a. |
| Beiträge | Anteil jeder Position an Gewinn und Risiko |
| Marktphasen | nur mit Benchmark: Monate mit steigender und fallender Benchmark |
| Gewichte | tatsächliche Gewichte zwischen den Rebalancing-Terminen und der durchschnittliche Umschlag |
| Einzelwerte | Kennzahlen je Wertpapier im gemeinsamen Zeitraum und Korrelationen |
| Steuern, Hebel | nur wenn eingeschaltet: Wertverlauf vor und nach Steuern mit Steuern je Jahr bzw. Kennzahlen ohne und mit Hebel |
Beispiel: CAGR und Max Drawdown nachrechnen
Ein Mischportfolio mit acht Jahresrenditen zeigt, wie die wichtigsten Zahlen entstehen (Beispielzahlen, keine echten Kurse):
Portfolio Lab rechnet dieselben Formeln mit Monats- oder Tagesrenditen. Die Jahre der CAGR zählt die App als Tage zwischen erster und letzter Rendite geteilt durch 365,25 plus eine Periode; Monatsdaten von Ende Januar 2018 bis Ende Dezember 2025 ergeben so 7,998 Jahre. Mit Monatswerten fällt der Max Drawdown meist tiefer aus als mit Jahreswerten, weil Tiefpunkte innerhalb eines Jahres sichtbar werden. Die −15 % im Beispiel sind also eher das Mindestmaß. Mehr dazu unter CAGR, Maximum Drawdown und Volatility Drag.
Export, Bericht und Teilen
„Export“ erstellt einen Bericht als PDF im A4-Format oder als HTML-Datei mit interaktiven Diagrammen. Dazu kommen CSV-Dateien für Excel mit Semikolon und Dezimalkomma: Kennzahlen, Wertverlauf, Periodenrenditen, Jahresrenditen, Trailing Returns und (mit Steuern) die Steuern je Jahr. „Teilen“ legt einen Link zum Backtest an, der die Einstellungen vom Zeitpunkt des Teilens festhält; wer ihn öffnet, sieht den Backtest und kann ihn in den eigenen übernehmen. Auf Wunsch zeichnet die App eine Grafik zum Teilen (PNG, 1.200 × 627 Pixel).
Für Fortgeschrittene: Zeitpläne, Hebel und Statistik
- Zeitabhängige Gewichte: Die Karte „Gewichte im Zeitverlauf“ ersetzt feste Gewichte je Portfolio durch eine Tabelle mit Gewichten ab einem Datum, einen Gleitpfad zu einem anderen Portfolio wie bei einem Zielfonds, einen Wechsel beim Erreichen eines Depotwerts oder eine Datei mit Signalen eines eigenen Modells. Ein Beispiel ist die Kalenderregel im Artikel Saisonalität.
- Hebel: Die Karte „Hebel“ bildet gehebelte ETFs nach: Kursrendite mal Hebel in jeder Periode, finanziert zum Geldmarktzins plus Aufschlag (siehe Methodik, Abschnitt Hebel).
- Unsicherheit: Eine Sharpe Ratio aus zehn Jahren Monatsdaten hat einen Standardfehler von rund 0,3. Wer mehrere Varianten vergleicht und die beste nimmt, sollte die Hürde anheben (siehe Deflated Sharpe Ratio).
Was die Forschung zu Backtests zeigt
Drei Befunde sind für jeden ETF-Backtest wichtig. Erstens verzerrt der Survivorship Bias die Ergebnisse: Brown u. a. (1992) zeigen, dass Datensätze nur mit überlebenden Fonds auch Rangfolgen und scheinbare Beständigkeit verfälschen. Zweitens schrumpfen veröffentlichte Muster: McLean und Pontiff (2016) fanden für 97 Variablen außerhalb der ursprünglichen Stichprobe 26 % und nach der Veröffentlichung 58 % niedrigere Renditen. Drittens wächst die beste Sharpe Ratio mit der Zahl der Versuche, auch ohne echten Vorteil (Bailey und López de Prado 2014). Und nach Dichev (2007) lagen die geldgewichteten Renditen der Anleger wegen ungünstig getimter Zu- und Abflüsse unter den Renditen von Kaufen und Halten.
Typische Fehler
- Survivorship Bias: Die Wertpapier-Datenbank enthält heute handelbare Wertpapiere. Geschlossene Fonds fehlen; wer heutige Gewinner in die Vergangenheit legt, sieht eine geschönte Welt.
- Zu kurze Historie: Zehn Jahre steigender Märkte sagen wenig. Verlängere mit Proxys oder Anlageklassen, bis mindestens eine schwere Krise und eine Zinswende enthalten sind.
- Overfitting: Wer Gewichte so lange verschiebt, bis der Backtest glänzt, passt sie an den Zufall an. Lege die Regel vorher fest und prüfe sie in einem anderen Zeitraum (Backtest-Overfitting).
- Währung: Ein Fonds in US-Dollar enthält, in Euro gerechnet, das Währungsrisiko. Achte auf die Basiswährung in den Einstellungen und auf währungsgesicherte Anteilsklassen (Währungsrisiko).
- Kosten und Steuern vergessen: Ohne sie sieht häufiges Umschichten zu gut aus. Schalte beides ein, wenn du Strategien mit vielen Wechseln vergleichst.
- Zeitraum gepickt: Ein Start kurz nach einem Crash oder ein Ende auf einem Hoch verzerren die CAGR; Rendite-Dreieck und rollierende Renditen zeigen, wie stark das Ergebnis vom Startpunkt abhängt.
So rechnet Portfolio Lab
Grundlage sind Kurse mit wiederangelegten Ausschüttungen, in die Basiswährung umgerechnet. Der Backtest startet zum ersten gemeinsamen Kurstag mit den Zielgewichten und verbucht in jeder Periode in fester Reihenfolge Kursrendite, Zusatzkosten, Sparrate oder Entnahme und Rebalancing. Alle Kennzahlen entstehen aus den zeitgewichteten Periodenrenditen; die Sharpe Ratio rechnet mit Überrenditen über dem risikofreien Zins je Periode. Gehandelt wird zum Schlusskurs desselben Tages. In der Praxis kommst du erst danach zum Zug. Auffälligkeiten meldet die Datenprüfung als Hinweis; verändert werden nur einzelne Ausreißer-Tage, die sich am Folgetag umkehren. Alle Einzelheiten stehen in der Methodik des Backtests und der Methodik der Kennzahlen.
Häufige Fragen
Wie kann ich ein ETF-Portfolio backtesten?
Im Backtest von Portfolio Lab die ETFs über Name, ISIN, WKN oder Ticker suchen, Gewichte für bis zu drei Portfolios eintragen, Startkapital, Sparplan, Rebalancing und Kosten wählen und auf „Backtest starten“ klicken. Zeitraum, Währung und Zins stehen in den Einstellungen.
Kann ich einen ETF-Sparplan backtesten?
Ja. Unter „Zu- und Abflüsse“ „Sparplan“ wählen und Betrag und Rhythmus eintragen; mit „Sparplan und Handelskosten wie beim Broker“ kommen Ausführungstag, Sparplangebühr und Spanne hinzu. Vergleiche den Endwert mit der Summe der Einzahlungen, denn die CAGR ist zeitgewichtet und ändert sich durch die Sparrate nicht.
Warum beginnt mein Backtest später als eingestellt?
Weil alle Bausteine Kurse haben müssen. Das Ergebnis nennt das Wertpapier mit der kürzesten Historie; ein Proxy oder eine Anlageklasse kann die Historie verlängern.
Sind Dividenden und TER berücksichtigt?
Ja. Die Kurse enthalten wiederangelegte Ausschüttungen, die TER ist darin bereits abgezogen. Zusatzkosten und Handelskosten kannst du zusätzlich eintragen.
Wie aussagekräftig ist ein Backtest?
Er zeigt, wie eine feste Regel in einer bestimmten Vergangenheit abgeschnitten hätte, und ist keine Prognose. Je länger der Zeitraum, je weniger Varianten du probierst und je realistischer die Kosten, desto mehr sagt er aus.
Kann ich das Ergebnis speichern oder teilen?
Ja: „Sets“ speichert Raster und Annahmen im Konto, „Export“ erstellt einen Bericht als PDF oder HTML und CSV-Dateien, „Teilen“ einen Link mit den Einstellungen vom Zeitpunkt des Teilens.
Literatur
- Bailey, David H.; López de Prado, Marcos (2014): The Deflated Sharpe Ratio: Correcting for Selection Bias, Backtest Overfitting, and Non-Normality. The Journal of Portfolio Management 40 (5), S. 94–107. doi:10.3905/jpm.2014.40.5.094
- Brown, Stephen J.; Goetzmann, William; Ibbotson, Roger G.; Ross, Stephen A. (1992): Survivorship Bias in Performance Studies. Review of Financial Studies 5 (4), S. 553–580. doi:10.1093/rfs/5.4.553
- Dichev, Ilia D (2007): What Are Stock Investors' Actual Historical Returns? Evidence from Dollar-Weighted Returns. American Economic Review 97 (1), S. 386–401. doi:10.1257/aer.97.1.386
- McLean, R. David; Pontiff, Jeffrey (2016): Does Academic Research Destroy Stock Return Predictability?. The Journal of Finance 71 (1), S. 5–32. doi:10.1111/jofi.12365
Dieser Artikel erklärt eine Methode; er ist keine Anlage- oder Steuerberatung. Zahlenbeispiele sind vereinfacht und gerundet. Alle Begriffe im Glossar.