Portfolio Lab

Glossar: Begriffe mit J

4 Begriffe von J-Kurve bis Jensen-Ungleichung, kurz erklärt und wo möglich mit Quelle. Alle Begriffe von A bis Z

J-Kurve (J-Curve, J Curve)

Typischer Verlauf der aufsummierten Nettozahlungen oder des laufenden IRR eines geschlossenen Fonds: in den ersten Jahren negativ durch Gebühren, Kosten und vorsichtige Bewertungen, später positiv, wenn Werte steigen und Beteiligungen verkauft werden. Kreditlinien auf die Zusagen machen die Delle flacher, ohne den Fonds besser zu machen.

Beispiel: Abrufe 25, 25, 20, 15 und 10, Ausschüttungen ab Jahr 3: Tiefpunkt −80 in den Jahren 3 und 4, Gewinnschwelle in Jahr 7.

Quelle: ILPA (2017)

Mehr: Private Markets messen: J-Kurve, Cashflows, Glättung und Public Proxy

Jahressteuerbescheinigung

Bescheinigung der Bank über Kapitalerträge, einbehaltene Steuern, genutzten Freistellungsauftrag und Verluste eines Jahres. Grundlage für die Anlage KAP in der Steuererklärung.

Januar-Effekt (January Effect)

Auffällig hohe Aktienrenditen im Januar, vor allem bei kleinen Unternehmen und in den ersten Handelstagen des Jahres. Eine häufige Erklärung sind Verkäufe von Verlierern zum Jahresende aus steuerlichen Gründen.

Quelle: Rozeff und Kinney (1976); Keim (1983)

Mehr: Saisonalität an der Börse: Sell in May, Januar-Effekt und wie man Kalendereffekte testet

Jensen-Ungleichung (Jensensche Ungleichung, Jensen's Inequality)

Für eine konkave Funktion wie den Logarithmus liegt der Wert des Mittels über dem Mittel der Werte: log(Σ wᵢ × xᵢ) ≥ Σ wᵢ × log(xᵢ) für Gewichte, die sich zu 1 summieren. Deshalb liegt die geometrische Rendite unter der arithmetischen, und deshalb wächst ein Portfolio schneller als das gewichtete Mittel der Wachstumsraten seiner Bausteine.

Beispiel: 50/50 aus den Wachstumsfaktoren 1,2 und 0,9: log(1,05) = 4,88 % liegt über 0,5 × log(1,2) + 0,5 × log(0,9) = 3,85 %.

Kurz und vereinfacht erklärt; keine Anlage- oder Steuerberatung.