Portfolio Lab

Glossar: Begriffe mit B

56 Begriffe von Backtest bis Buy-and-Hold Abnormal Return, kurz erklärt und wo möglich mit Quelle. Alle Begriffe von A bis Z

Backtest

Test einer Anlagestrategie mit historischen Kursen: Wie hätte sich ein Portfolio in der Vergangenheit entwickelt? Zeigt Rendite und Risiko, aber keine Garantie für die Zukunft.

Mehr: CAGR: die durchschnittliche jährliche Rendite richtig berechnen

Backwardation

Fallende Terminkurve: Kurzfristige Kontrakte sind teurer als langfristige. Beim VIX ein Zeichen akuter Angst.

Mehr: VIX: das Angstbarometer der Börse richtig lesen

Ballastfahrt (In Ballast, Ballast, Leerfahrt, ballast voyage)

Fahrt ohne Ladung. Damit das leere Schiff stabil liegt, nimmt es Ballastwasser auf; sein Tiefgang ist trotzdem deutlich kleiner als beladen. Portfolio Lab wertet einen Tiefgang bis 65 % des Bezugswerts als „eher in Ballast“.

Quelle: Cerdeiro u. a. (2020)

Methodik: Schiffe an Engpässen (Beta): Methodik

Ballonfinanzierung (Schlussratenfinanzierung, Drei-Wege-Finanzierung, Ballonkredit)

Kredit mit kleineren Monatsraten und einer großen Schlussrate am Ende, beim Autokauf verbreitet. Die Schlussrate zahlt man aus eigenem Geld oder mit einem neuen Kredit; bei der Drei-Wege-Finanzierung kann man das Auto stattdessen zu einem vorher festgelegten Wert zurückgeben. Weil lange mehr Schuld offen bleibt, kostet sie bei gleichem Zins mehr Zinsen als ein Ratenkredit.

Beispiel: 30.000 € über 48 Monate zu 4,99 % effektiv: ohne Schlussrate 689,24 € im Monat und 3.083,56 € Zinsen, mit 12.000 € Schlussrate 462,34 € im Monat, aber 4.192,24 € Zinsen.

Methodik: Methodik der freien Finanzrechner: Lohn, Rente, FIRE, Auto, Immobilie und Depot

Bandbreiten-Rebalancing

Umschichten nur dann, wenn ein Gewicht eine Toleranzgrenze verlässt, etwa 5 Prozentpunkte über oder unter dem Ziel.

Mehr: Rebalancing: das Portfolio zurück auf Kurs bringen

Bärenmarkt (Bear Market)

Phase stark fallender Kurse, oft definiert als Rückgang um mindestens 20 % vom Höchststand. Im Gegensatz zur Korrektur, einem Rückgang um 10 bis 20 %.

Mehr: Maximum Drawdown: der größte Verlust vom Höchststand

Barista FIRE (Teilzeit-FIRE, Semi-FIRE)

Spielart von FIRE, bei der ein Teilzeitjob einen Teil der Ausgaben deckt und das Depot nur die Lücke. Das senkt das nötige Kapital deutlich und dämpft das Sequenzrisiko der ersten Jahre.

Beispiel: 30.000 € Ausgaben, 12.000 € Teilzeitlohn: Bei 3,5 % Entnahmerate reichen 514.286 € statt 857.143 €.

Mehr: FIRE (Financial Independence, Retire Early): Lean, Fat, Coast und Barista FIRE

Barriere-Option (Knock-out, Knock-in, Barrier Option)

Option, die entsteht (Knock-in) oder erlischt (Knock-out), wenn der Kurs eine Schwelle berührt. Sie ist billiger als die Standardoption; In plus Out ergibt wieder die Standardoption. Wird nur täglich statt stetig beobachtet, verschiebt man die Barriere rechnerisch.

Beispiel: Call mit Kurs und Strike 100, einem Jahr, 5 % Zins und 20 % Volatilität: Standard 10,45, Down-and-out bei 90 noch 8,67, Down-and-in 1,79.

Quelle: Merton (1973); Broadie u. a. (1997)

Mehr: Optionsbewertung: wie faire Optionspreise entstehen · Methodik: Optionsrechner: so bewertet Portfolio Lab Optionen

Barwert

Heutiger Wert einer künftigen Zahlung, abgezinst mit einem Zinssatz. 1.000 € in zehn Jahren sind bei 3 % heute rund 744 € wert.

Mehr: Asset-Liability-Management: Vermögen an künftigen Ausgaben ausrichten

Basiseffekt (Basiseffekte, Base Effect)

Verzerrung einer Veränderungsrate durch einen ungewöhnlichen Wert im Vergleichszeitraum: Nach einem tiefen Einbruch zeigt der Vorjahresvergleich ein Jahr später kräftiges Wachstum, auch wenn das Niveau noch unter dem Ausgangswert liegt, und umgekehrt.

Beispiel: Ein Index fällt im Vorjahr von 100 auf 80 und steigt dann auf 88: Der Vorjahresvergleich zeigt +10 %, der Index liegt aber noch 12 % unter dem Ausgangswert.

Methodik: Konjunktur-Puls: wie Portfolio Lab Frühindikatoren rechnet

Basisertrag

Rücknahmepreis eines Fonds am Jahresanfang mal 70 % des Basiszinses. Die Vorabpauschale ist der Betrag, um den die Ausschüttungen des Jahres den Basisertrag unterschreiten, höchstens aber der Wertzuwachs plus Ausschüttungen.

Beispiel: Anteilswert 10.000 € am Jahresanfang, Basiszins 3,20 %: 10.000 × 0,032 × 0,7 = 224,00 €.

Quelle: InvStG (2016)

Mehr: Vorabpauschale: so wird sie berechnet · Methodik: Steuern im Backtest: wie Portfolio Lab Abgeltungsteuer und Vorabpauschale rechnet

Basisinformationsblatt (PRIIPs-KID, KID, Key Information Document, BIB)

Kurzes Pflichtdokument nach der PRIIP-Verordnung für Fonds, Zertifikate und Versicherungsanlageprodukte mit festen Abschnitten zu Produkt, Risiken und Performance-Szenarien, Kosten und Haltedauer. Für OGAW gilt es seit 2023.

Quelle: PRIIP-Verordnung (2014)

Mehr: Portfolio-Reporting: Rendite, Risiko, Attribution und Kosten richtig berichten

Basispunkt (bp)

Ein Hundertstel Prozentpunkt (0,01 %). Zinsänderungen und Spreads werden meist in Basispunkten angegeben: Von 2,50 % auf 2,75 % sind es 25 Basispunkte.

Basispunktwert (DV01, PV01)

Kursänderung einer Anleihe in Euro, wenn die Rendite um einen Basispunkt steigt (DV01). Ungefähr Marktwert × modifizierte Duration × 0,0001.

Beispiel: 100.000 € Anleihen mit modifizierter Duration 7: 100.000 × 7 × 0,0001 = 70 € je Basispunkt.

Mehr: Duration: wie stark Anleihen auf Zinsen reagieren

Basisrente (Rürup-Rente, Rürup, Basisrentenvertrag)

Private Leibrentenversicherung nach § 10 Abs. 1 Nr. 2 Buchstabe b EStG, umgangssprachlich Rürup-Rente. Beiträge sind bis zum Höchstbeitrag der knappschaftlichen Rentenversicherung als Sonderausgaben abziehbar; dafür gibt es nur eine lebenslange Monatsrente frühestens ab 62, ohne Kapitalauszahlung, nicht vererblich und nicht beleihbar.

Beispiel: Höchstbetrag 2026: 124.800 € × 24,7 % = 30.826 € (aufgerundet), abzüglich der Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung.

Quelle: EStG §§ 10, 10a, 10c (2009); EStG § 22 (2009)

Mehr: Altersvorsorge im Vergleich: Betriebsrente, Rürup, Altersvorsorgedepot und ETF-Rentenversicherung gegen den ETF-Sparplan

Basisrisiko (Basis Risk)

Risiko, dass sich abgesicherter Wert und Absicherungsinstrument unterschiedlich entwickeln, etwa weil der Future auf einen anderen Index läuft, die Hedge Ratio falsch geschätzt ist oder die Basis bis zum Verfall schwankt.

Mehr: Leerverkauf, Hedgefonds und Hedging: Arten und Wirkung

Basiszins

Zinssatz, mit dem die Vorabpauschale berechnet wird. Das Bundesfinanzministerium veröffentlicht ihn jedes Jahr im Januar; 2026 beträgt er 3,20 %.

Mehr: Vorabpauschale: so wird sie berechnet

Basket Swap (Portfolio Swap)

Total Return Swap auf einen individuell zusammengestellten Korb: Die Bank zahlt die Rendite des Korbs, der Anleger einen Referenzzins plus Spread. Auch Portfolio Swap genannt; die Positionen sind von außen kaum sichtbar.

Quelle: SEC, Archegos (2022)

Mehr: Basket Swaps, Total Return Swaps oder Futures: Markt-Exposure effizient aufbauen

Baum-Welch-Algorithmus (Baum-Welch, Baum-Welch-Verfahren)

Verfahren zum Schätzen eines Hidden-Markov-Modells, ein Spezialfall des EM-Algorithmus. Der E-Schritt berechnet mit dem Vorwärts-Rückwärts-Algorithmus, wie wahrscheinlich jedes Regime in jeder Periode war und wie wahrscheinlich jeder Wechsel; der M-Schritt schätzt Übergangsmatrix, Mittel und Varianzen mit diesen Gewichten neu. Keine Runde senkt die Likelihood, gefunden wird aber nur ein lokales Maximum. Deshalb rechnet man von mehreren Startwerten aus.

Quelle: Baum u. a. (1970); Rabiner (1989)

Mehr: Regime-Modelle: Hidden Markov, Markov-Switching und Co. · Methodik: Regime-Methodik: wie das Hidden-Markov-Modell rechnet

Bayes-Statistik (Prior, Posterior)

Ansatz, der eine Vorannahme (Prior) mit neuen Daten oder Einschätzungen zu einer aktualisierten Annahme (Posterior) verbindet. Das Black-Litterman-Modell mischt so Marktgleichgewicht und eigene Prognosen.

Quelle: Black und Litterman (1992)

Mehr: Black-Litterman: eigene Einschätzungen sauber einbauen

Bayes-Stein-Schätzer (Bayes-Stein Shrinkage)

Schätzer für erwartete Renditen, der die einzelnen Mittelwerte zu einem gemeinsamen Wert hin schrumpft. Er nimmt etwas Verzerrung in Kauf, um viel Streuung zu sparen, und verbessert so die Portfolioauswahl gegenüber dem einfachen Mittelwert.

Quelle: Jorion (1986)

Mehr: Resampling-Optimierung nach Michaud: stabilere Portfoliogewichte durch Simulation

Bedingter Erwartungswert (Conditional Expectation, Bedingte Erwartung)

Im Stresstest der Wert, den man für die nicht geschockten Faktoren im Mittel erwartet, wenn die geschockten Faktoren genau ihre Schockwerte haben: E[f₂ | f₁ = s] = Σ₂₁ Σ₁₁⁻¹ s bei gemeinsam normalverteilten Faktoren mit Mittelwert null. So bleibt ein Szenario mit wenigen Vorgaben in sich stimmig.

Beispiel: Aktien schwanken 4,5 % je Monat, die Rendite zehnjähriger Anleihen 0,20 Prozentpunkte, Korrelation 0,3. Zu Aktien −30 % passt im Mittel eine Zinsänderung von 0,3 × 0,20 / 4,5 × (−30) = −0,40 Prozentpunkten.

Quelle: Kupiec (1998); Breuer u. a. (2009)

Mehr: Szenarioanalyse und Sensitivitätsanalyse: Aktien-, Zins-, Kredit- und Währungsrisiko im Stresstest

Beitragsbemessungsgrenze (BBG, Beitragsbemessungsgrenze 2026)

Höchstes Einkommen, auf das Sozialversicherungsbeiträge erhoben werden; was darüber liegt, ist beitragsfrei. Sie wird jedes Jahr an die Lohnentwicklung angepasst und ist Bezugsgröße für viele Grenzen der Altersvorsorge.

Beispiel: 2026: Rentenversicherung 101.400 € im Jahr (8.450 € im Monat), Kranken- und Pflegeversicherung 69.750 € (5.812,50 € im Monat).

Quelle: Deutsche Rentenversicherung (2025)

Mehr: Altersvorsorge im Vergleich: Betriebsrente, Rürup, Altersvorsorgedepot und ETF-Rentenversicherung gegen den ETF-Sparplan

Beleihungswert (Beleihungssatz, Beleihungsquote, Haircut, Sicherheitsabschlag, Loan-to-Value)

Teil des Kurswerts, den ein Kreditgeber als Sicherheit anrechnet, festgelegt über einen Beleihungssatz je Wertpapier; der Rest ist der Sicherheitsabschlag (Haircut). Je riskanter das Wertpapier, desto niedriger der Satz, und in Krisen verlangen Kreditgeber oft mehr Sicherheit.

Beispiel: 50.000 € in einem Aktienfonds mit einem Beleihungssatz von 60 % sichern einen Kredit bis 30.000 €.

Quelle: Geanakoplos (2010)

Mehr: Hebel im Portfolio: Rendite, Risiko, Kosten und Margin Calls

Benchmark (Vergleichsindex)

Vergleichsmaßstab für ein Portfolio, meist ein Index wie der MSCI World. Erst der Vergleich zeigt, ob Rendite und Risiko gut oder schlecht waren.

Mehr: Tracking Error und Information Ratio: Abweichung vom Index

Bermuda-Option (Bermudan Option)

Option, die nur an einigen festen Terminen vor dem Verfall ausgeübt werden darf, etwa monatlich. Ihr Wert liegt zwischen europäischer und amerikanischer Option; verbreitet bei kündbaren Anleihen und Zinsderivaten.

Methodik: Optionsrechner: so bewertet Portfolio Lab Optionen

Best-in-Class

ESG-Ansatz, der je Branche nur die Unternehmen mit den besten ESG-Bewertungen auswählt. Die Branchengewichte bleiben ähnlich wie im Mutterindex, die Zahl der Aktien sinkt deutlich.

Mehr: ESG-ETFs: SFDR, Ratings, Rendite und die Grenzen nachhaltiger Fonds

Bestätigungsfehler (Confirmation Bias)

Informationen, die die eigene Meinung stützen, werden stärker beachtet als widersprechende. Bei Anlageentscheidungen führt das zu einseitiger Recherche.

Beta

Wie stark ein Fonds im Schnitt mit dem Markt mitgeht. Beta 1,2 heißt: bei 10 % Marktbewegung etwa 12 %.

Beispiel: Kovarianz 12,22 geteilt durch Marktvarianz 10,97 ergibt ein Beta von 1,11.

Mehr: Beta und Alpha: wie stark ein Fonds mit dem Markt geht

Betting against Beta (BAB)

Faktor, der Aktien mit niedrigem Beta mit Hebel kauft und solche mit hohem Beta verkauft. Er lieferte in vielen Märkten positive risikoadjustierte Renditen.

Quelle: Frazzini und Pedersen (2014)

Mehr: Low-Volatility-Anomalie und Betting against Beta

Bezugsverhältnis (Ratio, Multiplikator)

Gibt an, auf wie viele Einheiten des Basiswerts sich ein Optionsschein, Turbo oder Zertifikat bezieht. Um Preise mit Optionen zu vergleichen, rechnet man den Preis des Scheins durch das Bezugsverhältnis auf einen Basiswert um.

Beispiel: Bezugsverhältnis 0,1: Zehn Scheine beziehen sich auf eine Aktie; 0,53 € je Schein entsprechen 5,30 € je Aktie.

Mehr: Optionsscheine, Turbos und Zertifikate: Was sie sind und was man draufzahlt

Binomialbaum (Binomialmodell, Cox-Ross-Rubinstein)

Modell, in dem der Kurs je Zeitschritt steigt oder fällt; der Optionswert entsteht rückwärts als abgezinster risikoneutraler Erwartungswert. Mit vielen Schritten nähert er sich Black-Scholes und bewertet auch amerikanische Optionen. Varianten: Cox-Ross-Rubinstein, Jarrow-Rudd, Leisen-Reimer.

Quelle: Cox u. a. (1979); Leisen und Reimer (1996)

Mehr: Optionsbewertung: wie faire Optionspreise entstehen · Methodik: Optionsrechner: so bewertet Portfolio Lab Optionen

Black-76-Modell (Black 76, Black-Modell)

Variante von Black-Scholes für Optionen auf Futures und Forwards: Der Futurekurs ersetzt den Kassakurs, die Cost of Carry ist null. Üblich für Zins-, Rohstoff- und Indexoptionen auf Futures und zum Ablesen impliziter Volatilitäten aus dem Forward.

Quelle: Black (1976)

Methodik: Optionsrechner: so bewertet Portfolio Lab Optionen

Black-Litterman-Modell

Optimierungsmodell, das bei den vom Markt implizierten Renditen startet und eigene Einschätzungen nach ihrem Vertrauen einmischt. Liefert stabilere Gewichte als die reine Markowitz-Optimierung.

Mehr: Black-Litterman: eigene Einschätzungen sauber einbauen

Black-Scholes-Modell

Formel für den fairen Preis europäischer Optionen aus Kurs, Ausübungspreis, Laufzeit, Zins und Volatilität. Umgekehrt angewandt liefert sie aus Marktpreisen die implizite Volatilität.

Quelle: Black und Scholes (1973); Merton (1973)

Mehr: Optionsbewertung: wie faire Optionspreise entstehen · Methodik: Optionsrechner: so bewertet Portfolio Lab Optionen

Block-Bootstrap

Bootstrap-Variante für Zeitreihen: Statt einzelner Monate werden zusammenhängende Blöcke gezogen, etwa zwölf Monate am Stück. So bleiben Trends, Volatilitätsphasen und Autokorrelation erhalten.

Quelle: Kunsch (1989)

Mehr: Bootstrap: Zukunftsszenarien aus der eigenen Historie · Methodik: Monte-Carlo-Methodik: wie Portfolio Lab Vermögenspfade simuliert

Bollinger-Bänder (Bollinger Bands, Bollinger Bänder)

Bänder im Abstand von meist zwei Standardabweichungen über und unter einem gleitenden Durchschnitt über 20 Perioden. Sie werden weiter, wenn die Schwankung steigt; Berührungen und Ausbrüche gelten Chartisten als Signal.

Mehr: Charttechnik, Chartmuster und Candlesticks aus Quant-Sicht

Bonus-Zertifikat (Bonuszertifikat)

Zertifikat, das am Ende mindestens den Bonusbetrag zahlt, solange der Basiswert die Barriere nie berührt, sonst den Kurs. Zerlegt: Basiswert ohne Dividenden plus Down-and-out-Put mit Strike am Bonuslevel; mit Cap zusätzlich minus ein Call.

Beispiel: Aktie 100 €, Bonus 120 €, Barriere 75 €, ein Jahr, 25 % Volatilität, 2 % Zins, 3 % Dividendenrendite: fair sind 97,04 + 10,63 = 107,67 €.

Mehr: Optionsscheine, Turbos und Zertifikate: Was sie sind und was man draufzahlt · Methodik: Optionsrechner: so bewertet Portfolio Lab Optionen

Bootstrap

Simulationsverfahren, das zufällig historische Monatsrenditen zieht, statt sie aus einer Normalverteilung zu erzeugen. Bildet Krisen und schiefe Verteilungen realistischer ab.

Mehr: Monte-Carlo-Simulation: wie sicher ist dein Plan?

Börsenkürzel (Ticker)

Kurzzeichen eines Wertpapiers an einer bestimmten Börse. Derselbe ETF hat an verschiedenen Börsenplätzen und in verschiedenen Währungen eigene Kürzel, aber dieselbe ISIN.

Bow-Faktor (Bow Factor)

Parameter B im Takahashi-Alexander-Modell: Die Ausschüttungsrate (t / L)^B steigt mit dem Alter t des Fonds und erreicht im letzten Jahr L 100 %. Je größer B, desto später und gedrängter fließt das Geld zurück.

Beispiel: Laufzeit 12 Jahre, Jahr 6: mit B = 1 fließen 50,00 % des NAV zurück, mit B = 2,5 nur 17,68 %.

Quelle: Takahashi und Alexander (2002)

Mehr: Takahashi-Alexander-Modell: Cashflows von Private-Markets-Fonds planen

Break-even (Gewinnschwelle, Breakeven)

Kurs des Basiswerts, bei dem eine Optionsposition am Verfallstag weder Gewinn noch Verlust bringt. Beim gekauften Call liegt er bei Strike plus Prämie, beim gekauften Put bei Strike minus Prämie.

Mehr: Optionsbewertung: wie faire Optionspreise entstehen · Methodik: Optionsrechner: so bewertet Portfolio Lab Optionen

Breakeven-Inflation (Break-even-Inflationsrate)

Differenz zwischen der Rendite einer normalen und einer inflationsindexierten Staatsanleihe gleicher Laufzeit. Sie zeigt die vom Markt erwartete Inflation plus eine Risikoprämie.

Beispiel: Nominal 2,6 %, real 0,4 %: Breakeven etwa 2,6 − 0,4 = 2,2 %.

Quelle: Bekaert und Wang (2010)

Mehr: Reale Rendite: was nach der Inflation übrig bleibt · Methodik: Makro-Dashboard und Regime-Analyse: Methodik

Brinson-Attribution (Brinson-Fachler, Brinson-Hood-Beebower, BHB-Attribution)

Performance-Attribution nach Brinson, Hood und Beebower bzw. Brinson und Fachler: Die aktive Rendite wird je Segment in Allokations-, Selektions- und Interaktionseffekt zerlegt, die sich genau zur Differenz aus Portfolio- und Benchmarkrendite addieren.

Quelle: Brinson u. a. (1986); Brinson und Fachler (1985)

Mehr: Performance-Attribution: Brinson-Zerlegung, Faktoren und Verkettung über die Zeit

Brownfield und Greenfield (Brownfield, Greenfield, Bestandsanlage, Neubauprojekt)

Brownfield-Anlagen sind schon gebaut und haben eine Geschichte von Erlösen; Greenfield-Projekte müssen erst gebaut werden und tragen Bau-, Kosten- und Zeitrisiko. Bei Projektkrediten sinken die jährlichen Ausfallraten laut Moody's (2020) mit dem Alter der Projekte und erreichen etwa im siebten Jahr das Niveau von Unternehmen mit A-Rating.

Quelle: Moody's (2020)

Mehr: Infrastruktur-Investments: Equity und Debt, Erlösmodelle, Bewertung und Forschung

Bruchteil-Kelly (Halbes Kelly, Fractional Kelly)

Nur einen Teil des Kelly-Anteils einsetzen, oft die Hälfte. Bei normalverteilten Renditen bringt halbes Kelly rund drei Viertel des maximalen Wachstums bei halber Schwankung.

Quelle: MacLean u. a. (2010)

Mehr: Kelly-Kriterium: Wie viel setzen für maximales Wachstum?

Bruttoexposure (Nettoexposure, Gross Exposure, Net Exposure, Engagement)

Summe aller Positionen ohne Verrechnung, Short-Positionen mit ihrem Betrag. Das Nettoexposure zieht Short- von Long-Positionen ab. Ein Kreditdepot mit Hebel 2 hat 200 % Brutto- und Nettoexposure, ein marktneutrales Long-Short-Portfolio etwa 200 % brutto und 0 % netto.

Mehr: Hebel im Portfolio: Rendite, Risiko, Kosten und Margin Calls

BTIC (Basis Trade at Index Close, TAIC, Trade at Index Close)

Basis Trade at Index Close: Ein Index-Future wird als Abstand (Basis) zum offiziellen Indexschluss gehandelt; der Futurepreis ist der Schlussstand plus die vereinbarte Basis. An der Eurex heißt die Geschäftsart TAIC (Trade at Index Close), für Index-Futures und Total Return Futures.

Beispiel: Vereinbarte Basis +12,5 Punkte, Indexschluss 5.000 Punkte: Futurepreis 5.012,5 Punkte.

Quelle: CME Group, BTIC (2026); Eurex, TAIC (2026); Eurex (2026)

Mehr: Ordertypen und Ausführung: von der Limit-Order über MOC und VWAP bis zu TAS und BTIC

Bull-Call-Spread (Vertical Spread, Bear-Put-Spread)

Call mit niedrigem Strike kaufen, Call mit höherem Strike verkaufen. Billiger als ein einzelner Call, dafür ist der Gewinn auf die Differenz der Strikes minus Einstand begrenzt. Das Gegenstück für fallende Kurse ist der Bear-Put-Spread.

Beispiel: Calls 95/105, 91 Tage, Kurs 100: Einstand 5,07, maximaler Gewinn 4,93.

Mehr: Optionsbewertung: wie faire Optionspreise entstehen

Bullenmarkt (Bull Market)

Phase anhaltend steigender Kurse, oft gerechnet vom Tiefpunkt eines Bärenmarkts bis zum nächsten Höchststand.

Bums-Problem (Bums Problem, Schuldengewichtung)

Schwäche nach Marktwert gewichteter Anleihenindizes: Wer mehr Schulden aufnimmt, bekommt mehr Gewicht. Ein solcher Index lenkt das Geld seiner Nachbilder zu den am höchsten verschuldeten Emittenten, nicht zu den solidesten.

Quelle: Bloomberg-Methodik (2026)

Mehr: Aktiv oder passiv bei Anleihen und Rohstoffen: Warum die Regeln anders sind als bei Aktien

Burggraben (Moat, Economic Moat, Wettbewerbsvorteil)

Dauerhafter Wettbewerbsvorteil, der Konkurrenten fernhält und hohe Kapitalrenditen über Jahre schützt, etwa Netzwerkeffekte, Wechselkosten, Kostenvorteile durch Größe oder geschützte Marken, Patente und Lizenzen.

Mehr: Fundamentalanalyse: Unternehmen bewerten wie ein Investor

Business Development Company (BDC) (BDC, BDCs)

US-Investmentgesellschaft, die kleinen und mittleren Unternehmen Kapital gibt, vor allem Kredite; geschaffen durch ein Gesetz von 1980. Ihr Verhältnis von Schulden zu Eigenkapital ist gesetzlich auf 2 zu 1 begrenzt. Börsennotierte BDCs schwanken wie Aktien.

Quelle: Cai und Haque (2024); Avalos u. a. (2025)

Mehr: Private Debt in der Praxis: Direct Lending, Unitranche, Mezzanine, Kreditstruktur und Fondsvehikel

Butterfly-Arbitrage (Butterfly)

Ein Smile ist widersprüchlich, wenn ein Butterfly (je ein Call mit niedrigem und hohem Strike gekauft, zwei in der Mitte verkauft) einen negativen Preis bekäme. Die implizite Wahrscheinlichkeitsdichte wäre dort negativ. Bei SVI prüft man das mit einer Funktion g(k) ≥ 0.

Quelle: Gatheral und Jacquier (2014)

Methodik: Optionsrechner: so bewertet Portfolio Lab Optionen

Buy and Maintain (Buy-and-Maintain-Kredit)

Kreditportfolio, das Anleihen grundsätzlich bis zur Fälligkeit hält und nur umschichtet, wenn sich die Bonität eines Emittenten zu verschlechtern droht. Kern vieler CDI-Strategien: Es spart Handelskosten und verdient den Spread, solange die Ausfälle unter den einkalkulierten bleiben.

Quelle: PLSA (2023)

Mehr: Liability Driven Investing und Cashflow Driven Investing: Verbindlichkeiten mit Anleihen decken

Buy-and-Hold Abnormal Return (BHAR)

Langfristige abnormale Rendite als Differenz zweier verketteter Renditen: Wertzuwachs der Aktie minus Wertzuwachs eines Vergleichsportfolios über denselben Zeitraum. Anders als die CAR misst sie, was ein Anleger mit Kaufen und Halten tatsächlich mehr oder weniger verdient hätte.

Quelle: Barber und Lyon (1997); Lyon u. a. (1999)

Mehr: Event-Studien: Wie man Kursreaktionen auf Ereignisse misst und testet

Kurz und vereinfacht erklärt; keine Anlage- oder Steuerberatung.