Portfolio Lab

Glossar: Begriffe mit F

49 Begriffe von F-Score bis Future, kurz erklärt und wo möglich mit Quelle. Alle Begriffe von A bis Z

F-Score (Piotroski F-Score, Piotroski-Score)

Punktwert von 0 bis 9 nach Piotroski aus neun Bilanzsignalen zu Profitabilität, Verschuldung und Liquidität sowie operativer Effizienz. Unter günstig bewerteten Aktien trennte er in der Studie Gewinner von Verlierern.

Quelle: Piotroski (2000)

Mehr: Fundamentalanalyse: Unternehmen bewerten wie ein Investor

Fair Value Pricing (Fair-Value-Bewertung)

Anpassung der Kurse geschlossener Börsen im Fondspreis an das, was sich seit deren Handelsschluss an noch offenen Märkten getan hat. Verhindert, dass Anleger mit veralteten Kursen auf Kosten der übrigen Anteilinhaber handeln.

Quelle: Zitzewitz (2003)

Mehr: Indexanbieter und Bewertungszeitpunkt: Warum gleiche Indizes verschieden rechnen

Faktor-Attribution (Faktorattribution, Factor Attribution)

Zerlegung der Überrendite über eine Faktorregression: Beitrag jedes Faktors gleich Ladung mal Faktorrendite, dazu Alpha und ein Rest.

Beispiel: Ladung 0,95 auf den Markt bei 8 % Marktrendite über dem sicheren Zins: Beitrag 0,95 × 8 = 7,6 Prozentpunkte.

Quelle: Fama und French (1993)

Mehr: Performance-Attribution: Brinson-Zerlegung, Faktoren und Verkettung über die Zeit

Faktor-Zertifikat (Faktorzertifikat, Constant Leverage Certificate)

Schuldverschreibung einer Bank, die die Tagesrendite eines Basiswerts mit einem festen Faktor vervielfacht und den Hebel wie ein gehebelter ETF täglich anpasst. Anders als ein ETF ist sie kein Sondervermögen: Fällt der Emittent aus, droht der Verlust des Einsatzes.

Mehr: Hebel im Portfolio: Rendite, Risiko, Kosten und Margin Calls

Faktor-Zoo

Die Vielzahl veröffentlichter Faktoren (mehrere Hundert), die Renditen angeblich erklären. Viele sind Varianten voneinander oder Zufallsfunde aus multiplem Testen.

Quelle: Cochrane (2011); Harvey u. a. (2016)

Mehr: Backtest-Overfitting: Wenn die Vergangenheit zu gut aussieht

Faktorladung

Wie stark ein Fonds auf einen Faktor wie Size oder Value reagiert, gemessen als Koeffizient aus der Faktorregression.

Mehr: Faktorinvesting: die Fama-French-Faktoren verstehen

Faktorprämie (Risikoprämie eines Faktors)

Langfristige Mehrrendite, die ein Faktor im Durchschnitt bringt, etwa kleine gegenüber großen oder günstige gegenüber teuren Aktien. Sie schwankt stark und kann über viele Jahre negativ sein.

Quelle: Fama und French (1993); Ilmanen (2011)

Mehr: Faktorinvesting: die Fama-French-Faktoren verstehen · Methodik: Faktorregression, Faktor-Allokation und Faktorstatistik: Methodik

Faktorregression

Regression der Überrenditen eines Fonds auf Faktorrenditen. Die Steigungen sind die Faktorladungen, der Achsenabschnitt ist das Alpha, das die Faktoren nicht erklären.

Quelle: Fama und French (1993); Carhart (1997)

Mehr: Faktorinvesting: die Fama-French-Faktoren verstehen · Methodik: Faktorregression, Faktor-Allokation und Faktorstatistik: Methodik

Fallen Angel (Fallen Angels, Gefallener Engel)

Anleihe, die vom Investment Grade auf Hochzinsniveau herabgestuft wurde. Weil viele Anleger nur begrenzt Hochzinsanleihen halten dürfen, kommt es zu Zwangsverkäufen; Studien finden danach zunächst schwache Kurse und eine Erholung über bis zu zwei Jahre.

Quelle: Ellul u. a. (2011); Ben Dor und Xu (2011)

Mehr: Distressed Debt: Strategien, Insolvenzrecht, Erlösquoten und Rendite beim Investieren in Krisen

Fama-French-Modell

Erklärt Aktienrenditen mit Markt, Size (SMB) und Value (HML), in der Fünf-Faktoren-Version zusätzlich mit Profitabilität (RMW) und Investment (CMA).

Mehr: Faktorinvesting: die Fama-French-Faktoren verstehen

Fama-MacBeth-Regression

Zweistufiges Verfahren: Je Monat wird eine Querschnittsregression der Renditen auf Merkmale gerechnet, danach werden die monatlichen Koeffizienten gemittelt. So schätzt man Risikoprämien von Faktoren.

Quelle: Fama und MacBeth (1973)

Familienversicherung (Familienversicherung Einkommensgrenze, beitragsfreie Mitversicherung)

Beitragsfreie Mitversicherung von Ehegatten und Kindern in der gesetzlichen Krankenversicherung eines Mitglieds. Sie setzt voraus, dass das eigene Gesamteinkommen regelmäßig ein Siebtel der monatlichen Bezugsgröße nicht übersteigt; Kapitalerträge zählen nach Abzug des Sparer-Pauschbetrags mit.

Beispiel: 2026: 3.955 € / 7 = 565 € im Monat.

Quelle: SGB V (1988); GKV-Spitzenverband (2022)

Mehr: Kinderdepot oder Elterndepot? Steuern, Schenkung, BAföG und Familienversicherung

Fast Entry und Fast Exit (Fast-Entry-Regel, Fast-Exit-Regel)

Regeln der DAX-Indizes für Änderungen zwischen den halbjährlichen Überprüfungen: Vierteljährlich kommt ein Unternehmen in den DAX, wenn es nach Freefloat-Marktkapitalisierung auf Rang 33 oder besser liegt, und muss ihn verlassen, wenn es schlechter als Rang 60 steht.

Quelle: DAX-Methodik (2026)

Mehr: Index-Effekt: Was bei Aufnahmen in einen Index und Streichungen mit den Kursen passiert

Fat Tails (Fette Ränder, Dicke Ränder, Heavy Tails)

Extreme Renditen kommen viel häufiger vor, als die Normalverteilung vorhersagt. Ein Tagesverlust von fünf Standardabweichungen wäre unter Normalverteilung fast unmöglich, tritt an Aktienmärkten aber immer wieder auf.

Quelle: Mandelbrot (1963); Cont (2001)

Mehr: Schiefe und Kurtosis: Warum Börsencrashs häufiger sind, als die Normalverteilung sagt

Favorite-Longshot-Bias (Longshot Bias, Favoriten-Außenseiter-Effekt)

Regelmäßige Verzerrung von Wettquoten: Außenseiter werden zu teuer, Favoriten zu billig gehandelt. Belegt bei Pferdewetten und bei Prognosemärkten mit langer Restlaufzeit; erklärt wird sie vor allem mit falsch wahrgenommenen kleinen Wahrscheinlichkeiten.

Quelle: Snowberg und Wolfers (2010); Page und Clemen (2013)

Mehr: Prognosemärkte als Wetten auf Ereignisse: was sie können und was nicht

Fed-Funds-Futures (Federal Funds Futures, Fed Funds Futures)

Börsengehandelte Futures auf den Tagesgeldsatz der US-Notenbank (Fed Funds Rate); aus ihren Preisen liest man den eingepreisten Leitzinspfad ab. Ihre Überrenditen waren im Mittel positiv und schwankten mit der Konjunktur. Die Preise enthalten also eine Risikoprämie.

Quelle: Piazzesi und Swanson (2004)

Mehr: Markterwartungen: Was Zinskurve, Inflationsanleihen und Optionen über die Zukunft verraten

Fehlermaximierung (Error Maximization)

Kritik an der Mittelwert-Varianz-Optimierung: Sie bevorzugt gerade die Anlagen, deren Rendite überschätzt und deren Risiko unterschätzt wurde. Die optimierten Gewichte sind dadurch oft extrem und instabil.

Quelle: Michaud (1989); Chopra und Ziemba (1993)

Mehr: Effizienzlinie: Portfolio-Optimierung nach Markowitz

FIFO

First in, first out: Beim Teilverkauf gelten steuerlich die zuerst gekauften Anteile als zuerst verkauft.

Mehr: Abgeltungsteuer, Teilfreistellung und Sparerpauschbetrag bei ETFs

Fiktive Quellensteuer

In einigen Doppelbesteuerungsabkommen vereinbarte Anrechnung einer Steuer, die der Quellenstaat gar nicht oder nur niedriger erhebt, etwa mit einigen Schwellen- und Entwicklungsländern. Soweit sie ohne weitere Nachweise gilt, ist sie in der BZSt-Übersicht eingerechnet.

Quelle: BZSt (2026)

Mehr: Quellensteuer auf Dividenden: anrechnen, erstatten, Fondsdomizil

Filter- und Glättungswahrscheinlichkeit (Filterwahrscheinlichkeit, Glättungswahrscheinlichkeit, Smoothed Probability)

Die Filterwahrscheinlichkeit eines Regimes nutzt nur Daten bis zum jeweiligen Zeitpunkt, die Glättungswahrscheinlichkeit alle Daten bis zum Ende der Stichprobe. Nur die Filterwahrscheinlichkeit war damals bekannt. Wer im Backtest geglättete Werte verwendet, schaut in die Zukunft.

Quelle: Kim (1994)

Mehr: Regime-Modelle: Hidden Markov, Markov-Switching und Co. · Methodik: Regime-Methodik: wie das Hidden-Markov-Modell rechnet

Finanzbildung (Financial Literacy, Finanzwissen, finanzielle Bildung, Big Three)

Wissen und Fähigkeiten für gute Geldentscheidungen. Gemessen meist mit drei Grundfragen zu Zinseszins, Inflation und Streuung; in der Bundesbank-Befragung 2021 beantworteten rund 62 % der Haushalte alle drei richtig.

Quelle: Lusardi und Mitchell (2014); Bucher-Koenen u. a. (2023)

Finanzielle Turbulenz (Turbulenzindex, Financial Turbulence)

Maß für ungewöhnliche Marktphasen nach Kritzman und Li: die Mahalanobis-Distanz der Renditen eines Zeitraums von ihrem Mittel. Sie steigt, wenn Märkte stark schwanken oder sich entgegen ihren üblichen Korrelationen bewegen, und ordnet so historische Krisenfenster nach ihrer Schwere.

Quelle: Kritzman und Li (2010)

Mehr: Historischer Stresstest: wie du vergangene Krisen auf dein heutiges Portfolio überträgst

Finanzierungswährung (Funding Currency, Funding-Währung, Niedrigzinswährung)

Niedrig verzinste Währung, in der sich ein Carry Trade verschuldet oder die er per Termin verkauft, lange Zeit etwa Yen und Schweizer Franken. Solche Währungen werten in unruhigen Zeiten oft auf und verstärken dann die Verluste.

Quelle: Menkhoff u. a. (2012)

Mehr: Carry Trade: Zinsen kassieren mit Währungen und Anleihen

Finanzstressindex (Financial Stress Index, STLFSI, OFR FSI, NFCI)

Bündelt viele Marktreihen wie Renditeaufschläge, Volatilität und Finanzierungskosten zu einer Zahl. Null steht meist für durchschnittlichen Stress, positive Werte für mehr Stress als üblich.

Quelle: Kliesen u. a. (2012); Monin (2019)

Methodik: Stimmung: Methodik für Angst-Gier-Index, Put/Call und COT

FIRE (FIRE-Bewegung, Financial Independence Retire Early, Lean FIRE, Fat FIRE, Slow FIRE)

Financial Independence, Retire Early: Ziel, mit hoher Sparquote ein Vermögen aufzubauen, dessen Entnahmen die Ausgaben decken, und so lange vor dem gesetzlichen Rentenalter nicht mehr arbeiten zu müssen. Spielarten sind Lean, Fat, Barista, Coast und Slow FIRE.

Quelle: Dominguez und Robin (1992)

Mehr: FIRE (Financial Independence, Retire Early): Lean, Fat, Coast und Barista FIRE

FIRE-Zahl (FI-Zahl, FIRE Number, Zielvermögen)

Vermögen, ab dem die jährlichen Ausgaben dauerhaft aus dem Depot entnommen werden können: Ausgaben geteilt durch die Entnahmerate (bei 4 % das 25-Fache, bei 3,5 % das 28,6-Fache der Ausgaben).

Beispiel: 30.000 € Ausgaben im Jahr ergeben bei 4 % eine FIRE-Zahl von 750.000 €, bei 3,5 % von 857.143 €.

Quelle: Bengen (1994)

Mehr: FIRE (Financial Independence, Retire Early): Lean, Fat, Coast und Barista FIRE · Methodik: Finanzziele-Methodik: wie Portfolio Lab einen Lebensplan simuliert

Fisher-Gleichung

Zusammenhang von Nominalzins, Realzins und Inflation: (1 + i) = (1 + r) × (1 + π). Benannt nach Irving Fisher.

Quelle: Fisher (1930)

Mehr: Reale Rendite: was nach der Inflation übrig bleibt

Fisher-z-Transformation (Fisher-Transformation, Fisher z)

Umrechnung einer geschätzten Korrelation r in z = artanh(r) = ½ ln((1 + r) / (1 − r)). Der Wert z ist annähernd normalverteilt mit Standardfehler 1 / √(n − 3); damit lassen sich Konfidenzintervalle und Tests für Korrelationen rechnen, die nicht über −1 oder +1 hinausreichen.

Beispiel: r = −0,3 aus 60 Monatsrenditen: tanh(artanh(−0,3) ± 1,96 / √57) ergibt ein 95-%-Intervall von −0,51 bis −0,05.

Mehr: Aktien-Anleihen-Korrelation: Regime, Treiber und Folgen für 60/40, Risk Parity und Absicherung

Floor (Wertuntergrenze) (Floor, Wertuntergrenze)

Wert, den eine Wertsicherungsstrategie nicht unterschreiten soll, etwa 80 % des Startkapitals. Er kann fest sein, mit dem Zins wachsen oder nachgezogen werden; eine Garantie ist er nicht.

Mehr: CPPI: Wertsicherung mit Polster, Floor und Multiplikator · Methodik: CPPI-Backtest: Methodik

Fondsdomizil

Land, in dem ein Fonds aufgelegt ist, bei ETFs meist Irland oder Luxemburg. Es beeinflusst unter anderem die Quellensteuer auf Dividenden.

Mehr: ETF-Grundlagen: Kosten, Replikation und Ertragsverwendung

Fondsschließung (Fondsverschmelzung)

Ein Fonds wird aufgelöst oder mit einem anderen verschmolzen, meist weil er zu klein oder zu schlecht war. In Statistiken, die nur bestehende Fonds zeigen, fehlen diese Fälle.

Quelle: Brown u. a. (1992)

Fondsvolumen (Fondsgröße, AuM)

Gesamtes verwaltetes Vermögen eines Fonds. Sehr kleine ETFs werden häufiger geschlossen oder zusammengelegt; ein Volumen von einigen Hundert Millionen gilt als solide.

Mehr: ETF-Grundlagen: Kosten, Replikation und Ertragsverwendung

Fondswährung

Währung, in der ein Fonds seinen Nettoinventarwert berechnet. Für das Währungsrisiko zählt nicht sie und nicht die Handelswährung an der Börse, sondern die Währungen der gehaltenen Wertpapiere.

Mehr: Währungsrisiko: Wie Wechselkurse die Rendite verändern

Formular W-8BEN (W-8BEN, W8BEN)

US-Steuerformular, mit dem ein Anleger seinen Wohnsitz außerhalb der USA bestätigt. Liegt es der Bank vor, behalten die USA auf Dividenden 15 % statt 30 % ein; deutsche Banken lassen es meist bei der Depoteröffnung unterschreiben.

Mehr: Quellensteuer auf Dividenden: anrechnen, erstatten, Fondsdomizil

Forward-Prämien-Rätsel (Forward Premium Puzzle, Forward-Discount-Anomalie, Forward Discount Bias, UIP-Rätsel)

Befund, dass Hochzinswährungen im Mittel nicht um die volle Zinsdifferenz abwerten, wie es die ungedeckte Zinsparität verlangt. Der Terminabschlag sagt die spätere Kursänderung schlecht voraus; im Terminkurs steckt eine schwankende Prämie.

Quelle: Fama (1984); Froot und Thaler (1990)

Mehr: Carry Trade: Zinsen kassieren mit Währungen und Anleihen

Frachtratenindex (Baltic Dry Index, BDI, Frachtraten, Trockenfrachtindex, Kilian-Index, freight rates)

Index der Preise für den Seetransport, etwa für Trockenmassengut wie Eisenerz, Kohle und Getreide. Weil der Schiffsraum kurzfristig kaum wächst, steigen die Raten mit der Nachfrage nach Rohstoffen; Kilian nutzt einen solchen Index als Maß der weltweiten Wirtschaftsaktivität.

Quelle: Kilian (2009); Bakshi u. a. (2011)

Mehr: Schiffsdaten und Satellitenbilder: Was sie über Rohstoffe verraten

Free Dividends Fallacy (Dividenden-Irrtum, Dividend Disconnect)

Der Denkfehler, Dividenden als zusätzliches Einkommen zu sehen, obwohl der Kurs am Ex-Tag um die Ausschüttung sinkt. Der Begriff stammt von Hartzmark und Solomon; laut ihrer Studie ist die Nachfrage nach Dividendenaktien in Phasen niedriger Zinsen und schwacher Märkte besonders hoch.

Quelle: Hartzmark und Solomon (2019)

Mehr: Dividendenstrategie und Dividenden-ETFs kritisch betrachtet: Irrelevanz, Steuern, Faktoren

Freier Cashflow (Free Cashflow, FCF, Free-Cashflow-Rendite)

Geld, das ein Unternehmen nach den Investitionen in Anlagen und Umlaufvermögen übrig hat und an Eigen- und Fremdkapitalgeber auszahlen könnte; grob operativer Cashflow minus Investitionen. Die Free-Cashflow-Rendite setzt ihn ins Verhältnis zum Börsenwert.

Mehr: Fundamentalanalyse: Unternehmen bewerten wie ein Investor

Freistellungsauftrag

Auftrag an die Bank, Kapitalerträge bis zum Sparerpauschbetrag nicht zu besteuern. Lässt sich auf mehrere Banken aufteilen.

Mehr: Abgeltungsteuer, Teilfreistellung und Sparerpauschbetrag bei ETFs

Front-Running (Vorlaufhandel)

Im engeren Sinn verbotenes Handeln eines Händlers vor bekannten Kundenaufträgen. Bei Indexänderungen meint man den erlaubten Handel vor den öffentlich absehbaren Käufen und Verkäufen der Indexfonds, der zulasten der Fondsanleger geht.

Quelle: Chen u. a. (2006)

Mehr: Smart Indexing: Mehrwert für Indexfonds rund um Corporate Actions und Indexänderungen

Frontier Market (Grenzmarkt)

Kleine, wenig liquide Kapitalmärkte am Rand der Schwellenländer, etwa Vietnam oder Kenia. In breiten Weltindizes meist nicht enthalten.

Frühindikator (Frühindikatoren, Leading Indicator, Konjunkturindikator, Hochfrequenzindikator)

Kennzahl, die früher vorliegt als die amtlichen Zahlen zur Wirtschaftsleistung oder ihnen zeitlich vorausläuft, etwa Umfragen, Auftragseingänge oder tägliche Daten wie Lkw-Fahrleistung und Stromverbrauch. Wöchentliche Indizes fassen mehrere solcher Reihen zusammen; sie werden revidiert und sind keine Prognose.

Quelle: Askitas und Zimmermann (2013); Lewis u. a. (2022)

Methodik: Konjunktur-Puls: wie Portfolio Lab Frühindikatoren rechnet

Frühstart-Rente (Frühstartrente, Kinderdepot vom Staat, 10-Euro-Rente)

Staatlicher Beitrag von 10 € im Monat für Kinder vom 6. bis zum 18. Lebensjahr in ein kapitalgedecktes Altersvorsorgedepot, beginnend mit dem Geburtsjahrgang 2020. Der Bundestag hat das Gesetz am 16. Oktober 2026 beschlossen; ausgezahlt wird grundsätzlich nicht vor dem 65. Geburtstag, die Erträge bleiben bis dahin steuerfrei.

Beispiel: 12 Jahre × 12 Monate × 10 € = 1.440 € Förderung je Kind.

Quelle: Bundestag, Frühstartrente (2026); Finanzausschuss (2026)

Mehr: Die neue Aktienrente in Deutschland: Frühstart-Rente, Generationenkapital, Altersvorsorgedepot

Fundamentalgesetz des aktiven Managements

Information Ratio ≈ Informationskoeffizient (Treffsicherheit) × Wurzel der Zahl unabhängiger Entscheidungen. Wer selten handelt, braucht sehr hohe Treffsicherheit für eine gute Information Ratio.

Quelle: Grinold (1989); Grinold und Kahn (2000)

Mehr: Tracking Error und Information Ratio: Abweichung vom Index

Funded und Unfunded Swap (Funded Swap, Unfunded Swap)

Zwei Bauformen von Swap-ETFs. Beim Unfunded Swap kauft der Fonds einen eigenen Wertpapierkorb und tauscht dessen Rendite gegen die Indexrendite. Beim Funded Swap gibt er das Geld an die Bank und erhält Sicherheiten auf einem gesperrten Konto, deren Eigentümer er nicht ist.

Quelle: Ramaswamy (2011)

Mehr: Index-Replikation: vollständige Replikation, optimiertes Sampling und Swap

Funding Rate (Funding-Rate, Finanzierungssatz)

Zahlung zwischen Käufern und Verkäufern eines Perpetual Futures, meist alle acht Stunden. Liegt der Future über dem Kassapreis, zahlen die Käufer an die Verkäufer, sonst umgekehrt. Grundlage des Cash-and-Carry-Geschäfts im Kryptomarkt.

Beispiel: 0,01 % je acht Stunden: 3 × 365 × 0,01 % = 10,95 % pro Jahr.

Quelle: He u. a. (2022); Schmeling u. a. (2026)

Fünf-Faktoren-Modell (FF5)

Erweiterung des Drei-Faktoren-Modells um Profitabilität (RMW) und Investitionsverhalten (CMA). Der Value-Faktor wird darin teilweise überflüssig.

Quelle: Fama und French (2015)

Mehr: Faktorinvesting: die Fama-French-Faktoren verstehen · Methodik: Faktorregression, Faktor-Allokation und Faktorstatistik: Methodik

Funktional erzeugtes Portfolio (Functionally Generated Portfolio)

Portfolio, dessen Gewichte sich aus einer Funktion der Marktgewichte ergeben, etwa diversitätsgewichtete Indizes. Unter Diversität und ausreichender Volatilität des Marktes sind solche Portfolios die einzigen Portfoliofunktionen, die das Marktportfolio auf lange Sicht verlässlich schlagen.

Quelle: Fernholz (2002); Pal und Wong (2016)

Mehr: Jenseits von Markowitz: Schätzfehler, Rauschen und echte Diversifikation · Methodik: Dimensionen-Methodik: wie Portfolio Lab unabhängige Risiken zählt

Future (Terminkontrakt, Futures)

Börsengehandelter Vertrag, einen Basiswert zu einem festen Termin zu einem heute vereinbarten Preis zu kaufen oder zu verkaufen. Gewinne und Verluste werden täglich über eine Sicherheitsleistung ausgeglichen.

Kurz und vereinfacht erklärt; keine Anlage- oder Steuerberatung.