Glossar: Begriffe mit C
59 Begriffe von CAGR bis Cum-Ex-Geschäft, kurz erklärt und wo möglich mit Quelle. Alle Begriffe von A bis Z
- CAGR
Compound Annual Growth Rate: durchschnittliche jährliche Rendite mit Zinseszins.
Beispiel: Aus 10.000 € werden in fünf Jahren 16.105,10 €. Das entspricht einer CAGR von 10,00 %.
Mehr: CAGR: die durchschnittliche jährliche Rendite richtig berechnen
- Call (Kaufoption)
Kaufoption: gewinnt, wenn der Basiswert über den Ausübungspreis plus gezahlte Prämie steigt. Der Verlust des Käufers ist auf die Prämie begrenzt.
- Calmar Ratio
CAGR geteilt durch den Betrag des maximalen Drawdowns.
Beispiel: 6 % CAGR und −20 % Maximum Drawdown ergeben 0,30.
- Campisi-Modell (Campisi-Attribution, Anleihen-Attribution nach Campisi)
Attribution für Rentenportfolios nach Campisi: Zerlegung der Rendite in Einkommen, Treasury-Effekt aus der Änderung der Staatsanleiherenditen, Spread-Effekt aus der Änderung der Risikoaufschläge und Selektion, jeweils gegen die Benchmark.
Quelle: Campisi (2000)
Mehr: Multi-Asset-Attribution: Gewichtungsschemata, Top-down und Bottom-up, Währungen und Overlays
- Candlestick (Candlestick-Chart, Kerzenchart, japanische Kerzen, Candlestick-Muster)
Japanische Kerzendarstellung mit Eröffnung, Hoch, Tief und Schluss je Periode. Muster wie Doji, Hammer, Engulfing oder Morning Star sollen Wenden anzeigen; die Forschung findet dafür gemischte und nach Kosten schwache Belege.
Quelle: Caginalp und Laurent (1998); Marshall u. a. (2006)
Mehr: Charttechnik, Chartmuster und Candlesticks aus Quant-Sicht
- CAPE (Shiller-KGV)
Cyclically Adjusted Price-Earnings Ratio: Kurs geteilt durch den inflationsbereinigten Durchschnittsgewinn der letzten zehn Jahre.
- Capital Call und Distribution (Capital Call, Kapitalabruf, Contribution, Called Capital, Paid-in Capital, Distribution, Ausschüttung eines Fonds)
Capital Call (Kapitalabruf, Contribution): Der Fonds fordert einen Teil der Zusage an, meist mit kurzer Frist, für Käufe, Kosten und Gebühren; die Summe heißt Paid-in oder Called Capital. Distribution (Ausschüttung): Rückfluss an die Anleger aus Verkäufen, Dividenden oder Zinsen. Das Yale-Modell von Takahashi und Alexander plant beide Ströme.
Quelle: Takahashi und Alexander (2002)
Mehr: Private Markets messen: J-Kurve, Cashflows, Glättung und Public Proxy
- CAPM (Capital Asset Pricing Model)
Capital Asset Pricing Model: Erwartete Rendite = risikofreier Zins + Beta × Marktrisikoprämie. Nur das nicht wegdiversifizierbare Marktrisiko wird entlohnt.
Quelle: Sharpe (1964); Lintner (1965); Mossin (1966)
Mehr: CAPM: Das Capital Asset Pricing Model und die Wertpapiermarktlinie
- Carhart-Modell (Vier-Faktoren-Modell)
Vier-Faktoren-Modell aus Markt, Größe, Value und Momentum. Mit ihm verschwinden viele scheinbare Erfolge aktiver Fonds, weil sie bloß Momentum-Aktien hielten.
Quelle: Carhart (1997)
Mehr: Faktorinvesting: die Fama-French-Faktoren verstehen · Methodik: Faktorregression, Faktor-Allokation und Faktorstatistik: Methodik
- Carried Interest (Carry, Gewinnbeteiligung, Waterfall, Wasserfall, Clawback, European Waterfall, American Waterfall)
Gewinnbeteiligung des Fondsverwalters, laut Kaplan und Strömberg (2009) fast immer 20 % der Gewinne, meist erst nach Rückzahlung des Kapitals und einer Vorzugsrendite. Im europäischen Modell (Whole Fund) gilt sie für den ganzen Fonds, im amerikanischen (Deal by Deal) je Beteiligung, dann mit Clawback, falls später Verluste folgen.
Beispiel: Kapital 100, Erlöse 200 nach fünf Jahren, Hurdle 8 %, voller Catch-up, Carry 20 %: Verwalter 20,00, Anleger 180,00.
Quelle: Kaplan und Strömberg (2009); Metrick und Yasuda (2010)
- Carry (Carry-Faktor, Carry-Rendite)
Ertrag, den eine Anlage bringt, wenn sich die Preise nicht ändern: bei Anleihen Kupon und Roll-down, bei Währungen die Zinsdifferenz, bei Futures die Roll-Rendite. Als Faktor über Anlageklassen hinweg erforscht.
Quelle: Ilmanen (2011); Koijen u. a. (2018)
Mehr: Carry Trade: Zinsen kassieren mit Währungen und Anleihen · Methodik: Carry-Backtest: Methodik für Devisen- und Anleihen-Carry
- Carry Trade (Carry-Trade, Devisen-Carry, Currency Carry Trade, FX Carry, Zinsdifferenzgeschäft)
Strategie, die sich in Währungen mit niedrigem Zins finanziert und in Währungen mit hohem Zins anlegt, meist über Devisentermingeschäfte. Sie verdient die Zinsdifferenz, solange die Hochzinswährung nicht stärker abwertet, und verliert in Krisen oft schnell viel.
Quelle: Lustig und Verdelhan (2007); Brunnermeier u. a. (2008)
Mehr: Carry Trade: Zinsen kassieren mit Währungen und Anleihen · Methodik: Carry-Backtest: Methodik für Devisen- und Anleihen-Carry
- Carry-Crash (Currency Crash, Unwinding, Auflösen von Carry Trades, Treppe rauf, Aufzug runter)
Plötzlicher großer Verlust von Carry Trades, wenn viele Anleger zugleich ihre Positionen auflösen und Finanzierungswährungen stark aufwerten. Typisch ist das, wenn Risikobereitschaft und Finanzierungsliquidität sinken. Er macht die Carry-Renditen negativ schief.
Quelle: Brunnermeier u. a. (2008)
Mehr: Carry Trade: Zinsen kassieren mit Währungen und Anleihen · Methodik: Carry-Backtest: Methodik für Devisen- und Anleihen-Carry
- Cash Equitization (Equitization, Cash Overlay)
Kauf von Index-Futures in Höhe der Kasse eines Fonds, damit Zuflüsse, Dividenden oder eine Liquiditätsreserve bis zur Anlage am Markt teilnehmen. Die Kasse bleibt zum Geldmarktzins angelegt und dient als Sicherheit; was bleibt, sind Basisrisiko und Rollkosten.
Beispiel: 12 Mio. € Kasse, Index bei 5.000 Punkten, 10 € je Punkt: 12.000.000 / 50.000 = 240 Kontrakte.
Quelle: Hull (2021)
- Cash-Lock (Cash Lock)
Zustand einer CPPI nach einem Einbruch auf den Floor: Alles liegt sicher, und ohne Polster kauft die Regel keine Aktien mehr. Wächst der Floor mit dem Zins, bleibt das oft auch in der Erholung so.
Mehr: CPPI: Wertsicherung mit Polster, Floor und Multiplikator · Methodik: CPPI-Backtest: Methodik
- Cashflow Driven Investing (CDI, cashflowgetriebene Anlage)
Anlage, bei der Kupons und Tilgungen eines Anleiheportfolios die künftigen Auszahlungen eines Pensionsplans oder Versicherers möglichst zeitgenau decken, meist mit Unternehmensanleihen nach dem Prinzip Buy and Maintain. Ergänzt Liability Driven Investing, statt es zu ersetzen: Zins-, Inflations- und Liquiditätsrisiken sichert weiter ein LDI-Baustein ab.
Quelle: PLSA (2023)
- Cashflow-Matching (Dedication, Dedizierung, Cash Matching, dediziertes Anleiheportfolio)
Auswahl von Anleihen, deren Zahlungen zu jedem Termin mindestens die fälligen Verbindlichkeiten decken; Überschüsse werden bis zum nächsten Termin geparkt. Anders als die Immunisierung schützt das gegen jede Zinsbewegung, kostet aber mehr, wenn passende Laufzeiten fehlen.
Beispiel: Fünf Zahlungen von je 10 Mio. €, gedeckt mit drei Anleihen (1, 3 und 5 Jahre): Weil zwei Lücken mit unverzinster Kasse überbrückt werden, kostet das Portfolio bei 3 % Zins 46,312 statt 45,797 Mio. €.
- CDS-Anleihe-Basis (CDS-Bond-Basis, Negative Basis, CDS-Basis)
CDS-Prämie minus Spread einer Anleihe desselben Schuldners, meist Z-Spread oder Asset-Swap-Spread. Negativ heißt: Ausfallschutz ist billiger als der Aufschlag der Anleihe. Nach der Lehman-Pleite 2008 wurde die Basis stark negativ.
Beispiel: CDS-Prämie 1,80 %, Asset-Swap-Spread 2,50 %: Basis −0,70 %.
Quelle: Bai und Collin-Dufresne (2019); Choi und Shachar (2013)
Mehr: Basis-Trades: positive und negative Basis bei Anleihen, CDS und Futures
- CFD (Contract for Difference, Differenzkontrakt, Differenzgeschäft)
Contract for Difference (Differenzkontrakt): außerbörslicher Vertrag mit einem Anbieter, der die Kursänderung eines Basiswerts in Geld ausgleicht. Gehandelt mit Margin und Hebel, für Privatkunden in der EU höchstens 30 : 1 bis 2 : 1; fällt das Guthaben unter 50 % der Mindestmargin, wird geschlossen.
Quelle: ESMA (2018); BaFin (2020)
Mehr: Optionsscheine, Turbos und Zertifikate: Was sie sind und was man draufzahlt
- Charakteristik-Benchmark
Vergleichsportfolio aus Aktien mit denselben Merkmalen wie die Positionen eines Fonds, etwa Größe, Bewertung und Momentum. Es trennt Stil von echter Auswahlleistung.
Quelle: Daniel u. a. (1997)
- Cheapest-to-Deliver (CTD, Konversionsfaktor, günstigste lieferbare Anleihe)
Die Anleihe, die für den Lieferpflichtigen am günstigsten zu liefern ist: bei Anleihe-Futures unter allen lieferbaren Anleihen nach ihrem Konversionsfaktor, bei CDS unter den lieferbaren Anleihen des Schuldners. Das Wahlrecht hat einen Wert, der in den Preisen steckt.
Quelle: Hull (2021)
Mehr: Basis-Trades: positive und negative Basis bei Anleihen, CDS und Futures
- Clean Price und Dirty Price (Clean Price, Dirty Price, Full Price)
Der Clean Price ist der notierte Kurs einer Anleihe ohne Stückzinsen, der Dirty Price (Full Price) der tatsächlich gezahlte Preis: Clean Price plus Stückzinsen. Der Dirty Price ist der Barwert der künftigen Zahlungen; der Clean Price springt am Kupontag nicht.
Mehr: Anleihen-Mathematik: Preis, Rendite, Duration, Konvexität und Spreads rechnen
- Climate Transition Benchmark (CTB, EU-Referenzwert für den klimabedingten Wandel)
EU-Referenzwert für den klimabedingten Wandel: Treibhausgasintensität mindestens 30 % unter dem Anlageuniversum, danach jährlich mindestens 7 % weniger; ausgeschlossen werden umstrittene Waffen, Tabak und Unternehmen mit Verstößen gegen den UN Global Compact oder die OECD-Leitsätze.
Quelle: EU-Klimabenchmark-Verordnung (2020)
Mehr: ESG-ETFs: SFDR, Ratings, Rendite und die Grenzen nachhaltiger Fonds
- CMA (Investitionsfaktor)
Conservative minus Aggressive: Rendite von Unternehmen, die wenig investieren, minus solcher, die ihre Bilanz stark ausweiten. Teil des Fünf-Faktoren-Modells.
Quelle: Fama und French (2015); Hou u. a. (2015)
Mehr: Faktorinvesting: die Fama-French-Faktoren verstehen · Methodik: Faktorregression, Faktor-Allokation und Faktorstatistik: Methodik
- Co-Location (Colocation, Proximity Hosting)
Aufstellung der Rechner eines Händlers im Rechenzentrum der Börse oder direkt daneben, damit Orders und Kursdaten möglichst kurze Wege haben. Typisches Merkmal des Hochfrequenzhandels.
Quelle: MiFID II, Art. 4 (2014)
- CO₂-Intensität (WACI, Weighted Average Carbon Intensity, CO2-Intensität, Treibhausgasintensität)
Emissionen eines Unternehmens je Million Euro Umsatz oder Unternehmenswert. Für Fonds üblich ist der gewichtete Durchschnitt (WACI): Summe aus Gewicht mal Emissionen geteilt durch Umsatz.
Beispiel: 10 % in einem Versorger mit 1.200 t je Mio. € Umsatz und 90 % in Unternehmen mit 100 t: 0,1 × 1.200 + 0,9 × 100 = 210 t je Mio. €.
Mehr: ESG-ETFs: SFDR, Ratings, Rendite und die Grenzen nachhaltiger Fonds
- Coast FIRE (Coast-FIRE-Zahl, Coast FI)
Stand, ab dem das vorhandene Depot ohne weitere Sparrate bis zum geplanten Ausstieg auf die FIRE-Zahl wächst. Die Coast-Zahl ist die abgezinste FIRE-Zahl: FIRE-Zahl / (1 + r)^n mit realer Rendite r und n Jahren.
Beispiel: 750.000 € in 30 Jahren bei 4 % Realrendite: 750.000 / 1,04^30 = 231.239 €.
Mehr: FIRE (Financial Independence, Retire Early): Lean, Fat, Coast und Barista FIRE
- Cold Wallet (Cold Storage, Hot Wallet, Wallet)
Aufbewahrung privater Schlüssel ohne Verbindung zum Internet, etwa auf einem Hardware-Gerät oder auf Papier im Tresor. Sie ist schwer angreifbar, aber langsam. Für den laufenden Handel dient eine Hot Wallet mit Netzanschluss, die leichter zu nutzen und leichter anzugreifen ist.
Mehr: Krypto im institutionellen Portfolio: Zugang, Verwahrung, Regulierung und Risikobudget
- Collar (Zero-Cost-Collar)
Absicherung aus einer gehaltenen Anlage, einem gekauften Put unter dem Kurs und einem verkauften Call darüber. Die Call-Prämie bezahlt den Put ganz oder teilweise; dafür ist der Gewinn nach oben gedeckelt.
Beispiel: Index 100, Put 90 für 3,65, Call 110 für 3,07: Nettokosten 0,58; das Ergebnis bei Verfall liegt zwischen −10,58 % und +9,42 %.
Mehr: Tail Hedging: Was Put-Absicherung kostet, wann sie zahlt und was Short-Vol-Strategien lehren · Methodik: Optionsrechner: so bewertet Portfolio Lab Optionen
- Combinatorially Symmetric Cross-Validation (CSCV, kombinatorisch symmetrische Kreuzvalidierung)
Verfahren zur Schätzung der Probability of Backtest Overfitting: Der Zeitraum wird in S gleich lange, zusammenhängende Blöcke geteilt, und jede Auswahl von S/2 Blöcken bildet eine Teilung in einen In-Sample- und einen gleich großen Out-of-Sample-Teil. Je Teilung wird die innen beste Variante gewählt und ihr Rang außen bestimmt.
Beispiel: S = 16 Blöcke ergeben C(16, 8) = 12.870 Teilungen, S = 4 Blöcke nur 6.
Quelle: Bailey u. a. (2016)
Mehr: Probability of Backtest Overfitting: Hält die beste Variante, was der Backtest verspricht?
- Commitment-Pacing (Pacing, Zusagenplanung, Recommitment)
Planung der jährlichen Zusagen an Private-Markets-Fonds über viele Jahrgänge, damit der investierte Anteil (NAV) eine Zielquote erreicht und hält, ohne die Liquidität zu überfordern. Grundlage ist eine Prognose der Abrufe und Ausschüttungen, etwa nach dem Takahashi-Alexander-Modell.
Beispiel: Im Beispiel des Artikels braucht eine Zielquote von 15 % Zusagen von 3,77 % des Vermögens pro Jahr.
Quelle: de Zwart u. a. (2012)
Mehr: Takahashi-Alexander-Modell: Cashflows von Private-Markets-Fonds planen
- Comomentum
Maß für Crowding in Momentum-Strategien nach Lou und Polk: die Korrelation der Überrenditen der Aktien, auf die eine typische Momentum-Strategie setzt. Ist sie niedrig, wirkt Momentum stabilisierend; ist sie hoch, kehrten sich die Renditen der Momentum-Aktien danach stark um.
Quelle: Lou und Polk (2022)
- Composite (GIPS-Composite)
Zusammenfassung aller Mandate oder Fonds mit derselben Strategie nach den GIPS-Standards. Alle tatsächlichen, gebührenpflichtigen, diskretionären Mandate müssen in mindestens einem Composite stehen, damit ein Verwalter nicht nur seine besten Konten zeigt.
Quelle: CFA Institute (2019)
Mehr: Portfolio-Reporting: Rendite, Risiko, Attribution und Kosten richtig berichten
- Conditional Drawdown at Risk (CDaR)
Durchschnitt der schlimmsten Drawdowns jenseits einer Schwelle, analog zum CVaR für Renditen. Er lässt sich in Optimierungen als Nebenbedingung verwenden.
Quelle: Chekhlov u. a. (2005)
- Conditional Value at Risk (CVaR, Expected Shortfall)
Durchschnittlicher Verlust in den schlechtesten Fällen jenseits des Value at Risk, etwa der schlechtesten 5 % der Monate.
Mehr: Value at Risk und Conditional VaR: wie viel im schlechten Fall weg sein kann
- Contango
Steigende Terminkurve: Spätere Kontrakte kosten mehr als frühe. Beim VIX der Normalfall in ruhigen Märkten.
Beispiel: M1 bei 19,6 und M2 bei 20,2 ergeben 3,1 % Contango.
- Contrarian Investing (Antizyklisches Investieren, Contrarian, antizyklisch, Gegen den Strom investieren)
Antizyklisches Investieren: kaufen, wenn die meisten verkaufen, und verkaufen, wenn die meisten kaufen. Dahinter steht die Annahme, dass Übertreibungen der Stimmung Preise vom Wert entfernen. John Templeton kaufte bei größtem Pessimismus, Howard Marks beschreibt das Handeln gegen den Zyklus. Schwierig ist, dass ein Trend oft länger anhält, als man erwartet.
Quelle: Templeton und Phillips (2008); Marks (2011)
Mehr: Investorenlegenden: Anlagestile der bekanntesten Investoren von Graham bis Simons
- Copycat-Strategie (Coattail Investing, 13F-Cloning, Nachahmerstrategie, Portfolio klonen, Copycat-Fonds)
Nachkaufen der gemeldeten Positionen bekannter Investoren oder Fonds, etwa aus 13F-Meldungen. Der Nachahmer spart Recherche und Gebühren, kauft aber mit Verzögerung, sieht nur einen Ausschnitt des Portfolios und erfährt nicht, wann das Vorbild verkauft. Studien fanden in der Vergangenheit teils positive Ergebnisse.
Quelle: Frank u. a. (2004); Martin und Puthenpurackal (2005)
Mehr: Investorenlegenden: Anlagestile der bekanntesten Investoren von Graham bis Simons
- Core-Satellite (Kern-Satelliten-Strategie)
Aufteilung in einen breiten, günstigen Kern (etwa ein Welt-ETF) und kleinere Beimischungen für Themen, Faktoren oder aktive Ideen. Der Kern bestimmt das Risiko, die Satelliten die Abweichung.
- Core, Value-Add, Opportunistic (Core, Core-Plus, Core Plus, Value-Add, Value Add, Opportunistic, Risikoprofil Immobilienfonds)
Übliche Einteilung von Immobilien- und Infrastrukturfonds nach Risiko. Core: bestehende, gut vermietete oder regulierte Anlagen mit wenig Kredit, Rendite vor allem aus laufenden Erträgen. Core-Plus: etwas mehr Risiko. Value-Add: Wertsteigerung durch Umbau, Vermietung oder Ausbau. Opportunistic: Neubau, Sondersituationen, viel Hebel. Die Grenzen sind nicht genormt.
Mehr: Infrastruktur-Investments: Equity und Debt, Erlösmodelle, Bewertung und Forschung
- Cornish-Fisher-Entwicklung (Modifizierter VaR)
Korrigiert das Quantil der Normalverteilung um Schiefe und Kurtosis der Renditen. Damit wird der Value at Risk bei negativer Schiefe und Fat Tails realistischer (modifizierter VaR).
Quelle: Cornish und Fisher (1938)
Mehr: Value at Risk und Conditional VaR: wie viel im schlechten Fall weg sein kann
- Cost of Carry (Haltekosten)
Kosten minus Erträge des Haltens eines Basiswerts als Rate b: bei Aktien Zins minus Dividendenrendite, bei Futures null, bei Währungen Inlands- minus Auslandszins. Mit b lassen sich Black-Scholes, Black 76 und Garman-Kohlhagen in einer Formel schreiben.
Quelle: Haug (2007)
Methodik: Optionsrechner: so bewertet Portfolio Lab Optionen
- COT-Bericht (Commitments of Traders, COT Report)
Wöchentlicher Bericht der US-Aufsicht für Terminmärkte über die Positionen der Marktteilnehmer, getrennt nach Gruppen wie Händlern, Asset Managern, Hedgefonds und Absicherern. Stichtag ist der Dienstag, veröffentlicht wird am Freitag.
Quelle: Wang (2003)
Methodik: Stimmung: Methodik für Angst-Gier-Index, Put/Call und COT
- COT-Index
Lage der Nettoposition einer Gruppe zwischen ihrem Minimum (0) und Maximum (100) der letzten Jahre. Werte nahe 100 zeigen eine so einseitige Positionierung wie selten.
Beispiel: Netto 120.000 Kontrakte, Spanne −40.000 bis 160.000: (120.000 + 40.000) / 200.000 × 100 = 80.
Methodik: Stimmung: Methodik für Angst-Gier-Index, Put/Call und COT
- Covenant (Kreditauflage, Financial Covenant, Covenant-lite)
Vertragliche Auflage in einem Kredit: Kennzahlen wie Verschuldung zu EBITDA dürfen eine Grenze nicht überschreiten (Financial Covenant), oder bestimmte Handlungen wie neue Schulden oder Ausschüttungen sind untersagt (Negative Covenant). Ein Verstoß erlaubt dem Kreditgeber, nachzuverhandeln; Kredite mit wenigen Auflagen heißen covenant-lite.
Quelle: Block u. a. (2024)
Mehr: Private Credit und Public Credit im Vergleich: Rendite, Risiken und was die Forschung zeigt
- Covered Call (Stillhalterstrategie)
Aktien halten und darauf Calls verkaufen. Die Prämien bringen laufend Ertrag, dafür sind starke Kursgewinne gekappt; Verluste bleiben weitgehend bestehen.
- CPPI (Constant Proportion Portfolio Insurance)
Constant Proportion Portfolio Insurance: In Aktien liegt ein festes Vielfaches (Multiplikator) des Polsters über einer Untergrenze, dem Floor; der Rest liegt sicher. Die Regel kauft nach Gewinnen und verkauft nach Verlusten.
Quelle: Black und Jones (1987); Black und Perold (1992)
Mehr: CPPI: Wertsicherung mit Polster, Floor und Multiplikator · Methodik: CPPI-Backtest: Methodik
- Creation und Redemption
Ausgabe und Rücknahme von ETF-Anteilen in großen Paketen durch zugelassene Händler gegen die zugrunde liegenden Wertpapiere oder Geld. Dieser Mechanismus hält den Börsenkurs nahe am Nettoinventarwert.
Quelle: Ben-David u. a. (2017)
Mehr: ETF-Grundlagen: Kosten, Replikation und Ertragsverwendung
- Credit Default Swap (CDS, Kreditausfallswap, CDS-Prämie)
Kreditderivat, bei dem der Sicherungsnehmer eine laufende Prämie zahlt und der Sicherungsgeber bei einem Kreditereignis des Schuldners den Verlust ausgleicht, Nennwert minus Verwertungsquote. Die Prämie gilt als Marktpreis für das Ausfallrisiko.
Quelle: Hull (2021)
Mehr: Basis-Trades: positive und negative Basis bei Anleihen, CDS und Futures
- Credit Spread (Kreditaufschlag, Risikoaufschlag)
Renditeaufschlag einer Unternehmens- oder riskanteren Staatsanleihe gegenüber einer sicheren Staatsanleihe gleicher Laufzeit. Er steigt in Krisen und spiegelt Ausfallrisiko und Liquidität.
Quelle: Fama und French (1993)
- Credit Valuation Adjustment (CVA, Kreditbewertungsanpassung, xVA)
Abschlag auf den Wert von Derivategeschäften für das Ausfallrisiko des Vertragspartners: Verlustquote mal Summe aus erwartetem Exposure, Ausfallwahrscheinlichkeit und Diskontfaktor je Periode. Seit Basel III halten Banken auch für Schwankungen des CVA Eigenkapital.
Quelle: Hull und White (2012); Basler Ausschuss (2011)
Mehr: Kontrahenten- und Emittentenrisiko: CVA, ETCs, Zertifikate und Swaps
- Crisis Alpha (Krisen-Alpha, Trend-Konvexität)
Branchenbegriff für Gewinne einer Strategie gerade in Krisen anderer Anlagen, vor allem von Trendfolgern in lang anhaltenden Abschwüngen. Kein garantierter Schutz: Plötzliche Einbrüche nach langen Anstiegen treffen Trendfolger oft long.
Quelle: Fung und Hsieh (2001); Dao u. a. (2017)
Mehr: CTAs und Managed Futures: Branche, Positionsgröße, Kosten und Krisenschutz
- Cross Trade (Cross-Trade, internes Geschäft)
Geschäft zwischen zwei Fonds oder Mandaten desselben Verwalters ohne Umweg über den Markt. Spart Spanne und Market Impact, ist aber ein Interessenkonflikt; die US-Regel 17a-7 und die KAMaRisk verlangen einen unabhängigen, marktgerechten Preis.
Quelle: SEC-Regel 17a-7 (2005); KAMaRisk (2017); Eisele u. a. (2020)
Mehr: Market Making und Anleihenhandel: Spread, Inventar, Axes, RFQ, Cross Trades und Matrix Pricing
- Cross-Hedge (Kreuzabsicherung, Cross Hedging)
Absicherung mit einem verwandten, aber nicht identischen Instrument, weil es für das eigene Risiko keins gibt oder es zu illiquide ist. Wie gut sie wirkt, zeigt das Quadrat der Korrelation zwischen Portfolio und Hedge.
Beispiel: Bei einer Korrelation von 0,9 beseitigt der Cross-Hedge 81 % der Varianz; bei 20 % Volatilität bleiben 8,72 %.
Quelle: Hull (2021)
Mehr: Leerverkauf, Hedgefonds und Hedging: Arten und Wirkung
- Crowding (Faktor-Crowding, Crowded Trade)
Überfüllter Handel: Viele Investoren halten dieselben Positionen, etwa dieselben Faktorportfolios. Muss einer verkaufen, drückt er die Kurse der Positionen aller anderen und kann eine Kette von Zwangsverkäufen auslösen. Das Risiko steckt dann weniger in der Strategie als darin, wer sie sonst noch betreibt.
- CS01 (Credit Spread 01, Spread-DV01)
Wertänderung einer Anleihe oder eines Anleiheportfolios in Euro, wenn der Kreditaufschlag um einen Basispunkt steigt. Ungefähr Marktwert × Spread-Duration × 0,0001; das Gegenstück zum DV01 für das Zinsniveau.
Beispiel: 150.000 € Unternehmensanleihen mit Spread-Duration 5: 150.000 × 5 × 0,0001 = 75 € je Basispunkt.
- CTA (Commodity Trading Advisor, CTAs)
Commodity Trading Advisor: nach US-Recht eine Person oder Firma, die gegen Entgelt beim Handel mit Futures berät oder Konten verwaltet; registriert bei der NFA, an die die Aufsicht CFTC die Registrierung übertragen hat. Die meisten CTAs folgen systematisch Trends über viele Märkte.
Quelle: NFA (2026)
Mehr: CTAs und Managed Futures: Branche, Positionsgröße, Kosten und Krisenschutz
- Cum-Cum-Geschäft (Cum-Cum, Cum/Cum, Dividendenstripping)
Übertragung von Aktien ausländischer Eigentümer kurz vor dem Dividendenstichtag an Inländer, die die Kapitalertragsteuer voll anrechnen können, und Rückübertragung danach. Seit 2016 begrenzt § 36a EStG die Anrechnung bei kurzer Haltedauer ohne eigenes Kursrisiko.
Quelle: § 36a EStG (2016); Spengel (2020)
Mehr: Cum-Ex und Cum-Cum: Wie die Dividendengeschäfte funktionierten und was heute gilt
- Cum-Ex-Geschäft (Cum-Ex, Cum/Ex)
Aktiengeschäft über den Dividendenstichtag, bei dem durch einen Leerverkauf mit Lieferung nach dem Stichtag zwei Steuerbescheinigungen für eine nur einmal einbehaltene Kapitalertragsteuer entstanden. Der Bundesgerichtshof bestätigte 2021, dass das Geltendmachen solcher Steuer Steuerhinterziehung ist.
Quelle: BGH (2021); BFH (2022)
Mehr: Cum-Ex und Cum-Cum: Wie die Dividendengeschäfte funktionierten und was heute gilt
Kurz und vereinfacht erklärt; keine Anlage- oder Steuerberatung.