Glossar: Begriffe mit K
52 Begriffe von Kalender-Rebalancing bis Kurzsichtige Verlustaversion, kurz erklärt und wo möglich mit Quelle. Alle Begriffe von A bis Z
- Kalender-Rebalancing
Rückkehr zu den Zielgewichten in festen Abständen, etwa jährlich. Einfach und planbar, aber blind für große Abweichungen zwischen den Terminen; Alternative ist das Bandbreiten-Rebalancing.
Quelle: Perold und Sharpe (1988)
- Kalendereffekt (Kalenderanomalie, Saisonalität)
Renditemuster, das an einem festen Datum hängt (Halbjahr, Monat, Wochentag, Monatswechsel oder Feiertag) und nicht an neuer Information. Weil sich sehr viele solcher Regeln prüfen lassen, sind Zufallsfunde häufig; einzeln signifikante Effekte halten einer Korrektur für die Suche oft nicht stand.
Quelle: Sullivan u. a. (2001)
Mehr: Saisonalität an der Börse: Sell in May, Januar-Effekt und wie man Kalendereffekte testet
- Kalman-Filter (Kalman Filter)
Verfahren, das einen sich ändernden, nicht direkt beobachtbaren Zustand aus verrauschten Messungen schätzt und mit jeder neuen Beobachtung ein Stück nachführt. Im Pairs-Trading schätzt es eine Hedge-Ratio, die sich über die Zeit wandelt, ohne festes Schätzfenster.
Quelle: Kalman (1960); Chan (2013)
Mehr: Pairs-Trading und statistische Arbitrage: Idee, Methoden, Forschung · Methodik: Long/Short und statistische Arbitrage: Methodik
- Kapitaldeckungsverfahren (Kapitaldeckung, kapitalgedeckte Altersvorsorge, Funded System)
Finanzierung einer Rente aus angespartem und angelegtem Kapital: Jeder Beitrag wird investiert, die spätere Rente kommt aus Kapital und Erträgen. Beispiele sind Betriebsrenten, private Vorsorge oder staatliche Fonds wie die schwedische Prämienrente. Die Rendite hängt vom Kapitalmarkt ab, mit Schwankungen und Kosten.
Quelle: Sinn (2000)
Mehr: Die neue Aktienrente in Deutschland: Frühstart-Rente, Generationenkapital, Altersvorsorgedepot
- Kapitalertragsteuer (KapESt)
Steuer, die die Bank direkt von Zinsen, Dividenden, Ausschüttungen, Vorabpauschalen und Veräußerungsgewinnen einbehält und abführt. Für Privatanleger hat sie abgeltende Wirkung (Abgeltungsteuer).
Quelle: EStG (2009)
Mehr: Abgeltungsteuer, Teilfreistellung und Sparerpauschbetrag bei ETFs
- Kapitalmarktlinie (Capital Market Line)
Gerade vom risikofreien Zins zum Tangentialportfolio im Rendite-Risiko-Diagramm. Ihre Steigung ist die Sharpe Ratio des Marktportfolios; Mischungen aus Geldmarkt und Marktportfolio liegen auf ihr.
Quelle: Sharpe (1964)
Mehr: CAPM: Das Capital Asset Pricing Model und die Wertpapiermarktlinie
- Kapitalschutz-Zertifikat (Garantiezertifikat, Capital Protection)
Zertifikat, das am Laufzeitende mindestens den Nennwert zurückzahlt und an Kursgewinnen teilnimmt. Zerlegt: Nullkuponanleihe des Emittenten plus Call. Der Schutz gilt nur, solange der Emittent zahlt.
Beispiel: 2 % Zins, fünf Jahre: Der Nullkupon kostet 1.000 / 1,02⁵ = 905,73 €; für Call und Marge bleiben 94,27 €.
Mehr: Optionsscheine, Turbos und Zertifikate: Was sie sind und was man draufzahlt
- Kapitalzusage (Commitment, Committed Capital, Zeichnungsbetrag, Unfunded Commitment, offene Zusage)
Betrag, den ein Anleger einem geschlossenen Fonds verbindlich zusagt (Commitment). Der Fonds ruft ihn nach und nach ab; der noch offene Teil (Unfunded Commitment) muss bereitstehen. Quote und Liquiditätsplanung hängen deshalb an Zusage, abgerufenem Kapital und NAV zugleich.
Mehr: Private Markets messen: J-Kurve, Cashflows, Glättung und Public Proxy
- Karnosky-Singer-Modell (Karnosky und Singer, Karnosky/Singer)
Rahmen für die Attribution internationaler Portfolios: Jede Auslandsrendite wird in eine Marktprämie über dem lokalen Geldmarktzins und eine Währungsrendite einschließlich Zinsdifferenz zerlegt, die Brinson-Zerlegung dann für Märkte und Währungen getrennt gerechnet.
Quelle: Karnosky und Singer (1994)
Mehr: Multi-Asset-Attribution: Gewichtungsschemata, Top-down und Bottom-up, Währungen und Overlays
- Kaufen und Halten (Buy and Hold)
Anfangs gewählte Positionen werden nicht mehr umgeschichtet; die Gewichte driften mit den Kursen. Der Gewinner bekommt so immer mehr Gewicht, das Risiko steigt meist mit der Zeit.
Quelle: Perold und Sharpe (1988)
- Kelly-Kriterium (Kelly-Formel)
Anteil des Kapitals, der das langfristige Vermögenswachstum maximiert. Bei einer Wette mit Gewinnwahrscheinlichkeit p und Quote b ist es p − (1 − p) / b; mehr einzusetzen senkt das Wachstum wieder.
Beispiel: 60 % Gewinnchance bei einfacher Quote (b = 1): 0,6 − 0,4 / 1 = 20 % des Kapitals.
Quelle: Kelly (1956); Thorp (2006)
Mehr: Kelly-Kriterium: Wie viel setzen für maximales Wachstum?
- Kerninflation
Inflationsrate ohne die stark schwankenden Preise für Energie und Lebensmittel (im Euroraum meist auch ohne Alkohol und Tabak). Sie zeigt den zugrunde liegenden Preistrend besser als die Gesamtrate.
- Key-Rate-Duration
Zinsrisiko je Laufzeitpunkt: wie stark ein Portfolio reagiert, wenn nur der Zins einer Laufzeit (etwa 10 Jahre) steigt. Zusammen ergeben sie die Duration.
- Kimchi-Prämie (Kimchi Premium, Kimchi-Premium)
Aufschlag, mit dem Bitcoin in Südkorea gegenüber den USA gehandelt wurde, von Dezember 2017 bis Februar 2018 an mehreren Tagen bis zu 40 %. Kapitalverkehrskontrollen verhinderten, dass Arbitrage ihn schloss.
Quelle: Harvard Law School Forum (2019)
- Kirchensteuer auf Kapitalerträge
Für Kirchenmitglieder 8 % (Bayern, Baden-Württemberg) oder 9 % der Abgeltungsteuer. Weil sie als Sonderausgabe gilt, sinkt im Gegenzug die Abgeltungsteuer etwas; die Bank fragt das Merkmal automatisch beim Bundeszentralamt für Steuern ab.
Beispiel: Mit 8 % Kirchensteuer: 25 % / (1 + 0,25 × 0,08) × (1 + 0,055 + 0,08) = 27,82 % Gesamtsatz.
Mehr: Abgeltungsteuer, Teilfreistellung und Sparerpauschbetrag bei ETFs · Methodik: Steuern im Backtest: wie Portfolio Lab Abgeltungsteuer und Vorabpauschale rechnet
- Kleinste-Quadrate-Regression (OLS, Regression)
Schätzt eine Gerade (oder Ebene) so, dass die quadrierten Abweichungen minimal sind. Damit werden Beta, Alpha und Faktorladungen bestimmt; Steigung und Achsenabschnitt haben eigene Standardfehler.
Mehr: Beta und Alpha: wie stark ein Fonds mit dem Markt geht
- Klumpenrisiko
Zu großer Anteil einer einzelnen Position, Branche oder Region. Entsteht oft unbemerkt durch Überschneidungen mehrerer ETFs.
- Kohärentes Risikomaß
Risikomaß, das vier Axiome erfüllt, darunter Subadditivität: Das Risiko zweier Portfolios zusammen ist nie größer als die Summe. Der Expected Shortfall ist kohärent, der Value at Risk nicht immer.
Quelle: Artzner u. a. (1999); Acerbi und Tasche (2002)
Mehr: Value at Risk und Conditional VaR: wie viel im schlechten Fall weg sein kann
- Kointegration (Cointegration, Co-Integration)
Zwei Kursreihen, die jede für sich zufällig wandern, aber langfristig einen stabilen Abstand halten. Grundlage von Pairs-Trading-Strategien; der Spread kehrt zu seinem Mittel zurück. Geprüft wird das etwa mit dem Engle-Granger-Test.
Quelle: Engle und Granger (1987)
Mehr: Pairs-Trading und statistische Arbitrage: Idee, Methoden, Forschung · Methodik: Long/Short und statistische Arbitrage: Methodik
- Kollateralrendite (Collateral Yield, Zinsertrag der Sicherheiten)
Zinsertrag auf das Geld, das ein voll besicherter Futures-Index oder -Fonds neben seinen Futures hält, meist in kurzen Staatspapieren. Teil der Gesamtrendite eines Rohstoffindex neben Spot- und Roll-Rendite.
Beispiel: Spot +5,00 %, Roll −5,81 %, Kollateral 2 %: Gesamtrendite 1,05 × 0,9419 × 1,02 − 1 = 0,88 %.
Quelle: BCOM-Methodik (2026)
Mehr: Aktiv oder passiv bei Anleihen und Rohstoffen: Warum die Regeln anders sind als bei Aktien
- Kompensationszahlung (Dividendenkompensationszahlung, Manufactured Dividend, Dividendenausgleich)
Zahlung, mit der ein Verkäufer, der eine Aktie erst nach dem Dividendenstichtag liefert, oder ein Entleiher die entgangene Dividende ersetzt. Bei Cum-Ex wurde auf sie keine Kapitalertragsteuer einbehalten, aber trotzdem eine bescheinigt.
Quelle: Spengel (2020)
Mehr: Cum-Ex und Cum-Cum: Wie die Dividendengeschäfte funktionierten und was heute gilt
- Konfidenzband im Fächer (Fan Chart, Fächerdiagramm)
Darstellung einer Simulation als Fächer aus Perzentilen, etwa 10 %, 50 % und 90 %. Der Fächer zeigt die Spannweite möglicher Verläufe: nicht eine Prognose, sondern Unsicherheit.
- Konfidenzintervall (Vertrauensbereich)
Bereich, der den wahren Wert mit einer gewählten Sicherheit (oft 95 %) einschließt. Für Renditen und Sharpe Ratios sind diese Bereiche überraschend breit, selbst bei Jahrzehnten an Daten.
- Konjunkturuhr (Konjunkturzyklus)
Einteilung des Konjunkturzyklus in vier Phasen nach Niveau und Richtung eines Frühindikators: Aufschwung, Boom, Abschwung, Rezession. Für jede Phase lässt sich auswerten, wie Anlageklassen historisch abschnitten.
- Konstante Mischung (Constant Mix)
Strategie, die immer zu festen Gewichten zurückkehrt: verkauft nach Anstiegen, kauft nach Rückgängen. Sie gewinnt in schwankenden Seitwärtsmärkten und verliert gegenüber Kaufen und Halten in langen Trends.
Quelle: Perold und Sharpe (1988)
- Kontrahentenrisiko (Gegenparteirisiko, Adressenausfallrisiko, Counterparty Risk)
Risiko, dass der Vertragspartner eines Derivats, einer Wertpapierleihe oder eines Pensionsgeschäfts ausfällt, während das Geschäft für dich einen positiven Wert hat. Sicherheiten, Netting und zentrales Clearing begrenzen es; Fonds dürfen je Vertragspartner nur einen kleinen Teil ihres Vermögens riskieren.
Quelle: DerivateV (2013); Gregory (2020)
Mehr: Kontrahenten- und Emittentenrisiko: CVA, ETCs, Zertifikate und Swaps
- Kontrollvariable (Control Variate)
Verfahren, das den Zufallsfehler einer Monte-Carlo-Simulation senkt: Man simuliert eine eng verwandte Größe mit bekanntem exaktem Wert mit und korrigiert den Schätzer um deren Abweichung. Bei asiatischen Optionen dient der geometrische Durchschnitt als Kontrollvariable.
Beispiel: Arithmetischer asiatischer Call mit 12 Fixings und 40.000 Pfaden: Standardfehler 0,0297 ohne und 0,0012 mit Kontrollvariable.
Quelle: Kemna und Vorst (1990); Glasserman (2003)
Methodik: Optionsrechner: so bewertet Portfolio Lab Optionen
- Konvexe Strategie (Konkave Strategie)
Umschichtungsregel, die nach Gewinnen zukauft und nach Verlusten verkauft, etwa CPPI. Sie liegt in langen Trends vorn und verliert in Seitwärtsmärkten; eine konkave Strategie wie die konstante Mischung verhält sich umgekehrt.
Quelle: Perold und Sharpe (1988)
Mehr: CPPI: Wertsicherung mit Polster, Floor und Multiplikator
- Konvexität
Krümmung der Kurs-Zins-Beziehung von Anleihen: Kursgewinne bei fallenden Zinsen sind größer als Verluste bei gleich stark steigenden Zinsen.
- Konzentration im Index
Anteil der größten Unternehmen am Gesamtindex. In marktbreiten Weltindizes ist er seit den 2010er-Jahren deutlich gestiegen, weil wenige sehr große US-Technologiekonzerne stark gewachsen sind.
- Korrektur
Kursrückgang um etwa 10 bis 20 % vom letzten Höchststand. Korrekturen kommen an Aktienmärkten häufig vor; die meisten werden nicht zum Bärenmarkt.
- Korrelation
Maß von −1 bis +1 dafür, wie stark zwei Anlagen gemeinsam schwanken. Je niedriger, desto stärker der Diversifikationseffekt.
Mehr: Korrelation und Diversifikation: warum Mischen das Risiko senkt
- Korrelationsbruch (Correlation Breakdown, Krisenkorrelation)
Änderung der Korrelationen in Stressphasen gegenüber ruhigen Zeiten, meist ein Anstieg, sodass Streuung weniger schützt als erwartet. Stresstests mit Korrelationen aus ruhigen Jahren fallen dann zu mild aus; Kim und Finger schätzen deshalb eigene Korrelationen für hektische Tage.
Quelle: Kim und Finger (2000); Longin und Solnik (2001)
Mehr: Historischer Stresstest: wie du vergangene Krisen auf dein heutiges Portfolio überträgst
- Kovarianz
Gemeinsame Schwankung zweier Renditen: Korrelation mal beide Volatilitäten. Baustein von Portfolio-Volatilität und Beta.
Mehr: Korrelation und Diversifikation: warum Mischen das Risiko senkt
- Kovarianzmatrix
Tabelle aller Varianzen (Diagonale) und Kovarianzen (übrige Felder) mehrerer Anlagen. Aus ihr und den Gewichten ergibt sich die Portfoliovarianz; Optimierer reagieren sehr empfindlich auf ihre Schätzfehler.
Mehr: Kovarianzschätzung: Warum Optimierer Shrinkage brauchen
- Kreditaufschlag (Zinsaufschlag, Finanzierungsaufschlag, Funding Spread)
Zuschlag auf einen Referenzzins wie den Geldmarktzins, den ein Kreditgeber für einen Wertpapierkredit verlangt. Bei Hebel L fällt er auf (L − 1) × Eigenkapital an. Im Backtest von Portfolio Lab gilt ein solcher Aufschlag auf den Geldmarktzins für den finanzierten Teil gehebelter Wertpapiere, voreingestellt 1 % p. a.
Mehr: Hebel im Portfolio: Rendite, Risiko, Kosten und Margin Calls · Methodik: Backtest-Methodik: Daten, Ablauf, Rebalancing und Kosten
- Kreditbeta (Credit Beta)
Empfindlichkeit eines Anleihefonds gegenüber der Überrendite von Unternehmens- oder Hochzinsanleihen über Staatsanleihen. Ein zusätzliches Kreditbeta gegenüber der Benchmark bringt in ruhigen Jahren Mehrrendite, die wie Können aussieht, und Verluste in Krisen.
Beispiel: Zusätzliches Kreditbeta 0,2 und 4 % Überrendite von High Yield: 0,2 × 4 % = 0,80 % Mehrrendite; bei −20 % in einer Krise −4,00 %.
Quelle: Brooks u. a. (2020)
Mehr: Aktiv oder passiv bei Anleihen und Rohstoffen: Warum die Regeln anders sind als bei Aktien
- Kreditprämie (DEF, Credit Premium)
Mehrrendite von Unternehmensanleihen gegenüber Staatsanleihen gleicher Laufzeit als Ausgleich für Ausfallrisiko. Als Faktor DEF in Faktormodellen für Anleihen.
Quelle: Fama und French (1993)
Methodik: Faktorregression, Faktor-Allokation und Faktorstatistik: Methodik
- Kreuzvalidierung (Cross-Validation)
Daten werden mehrfach in Schätz- und Prüfteile zerlegt; jedes Stück dient einmal als Prüfung. Bei Zeitreihen müssen die Teile zeitlich getrennt bleiben, damit keine Zukunftsinformation in die Schätzung gelangt.
Quelle: López de Prado (2018)
- Kritischer Zeitpunkt (tc) (tc, Critical Time, kritische Zeit)
Im LPPLS-Modell der Zeitpunkt, an dem eine Blase endet. Er ist der wahrscheinlichste, nicht der sichere Crashtermin: Der Crash kann vorher kommen, und die Blase kann auch ohne Crash auslaufen. Geschätzte tc sind sehr unsicher.
Quelle: Johansen, Ledoit und Sornette (2000)
Mehr: Spekulationsblasen: Was sie sind und wie das LPPLS-Modell sie sucht · Methodik: Blasen-Indikator (LPPLS): Methodik
- Kryptoverwahrgeschäft (Custody, Krypto-Custody, Kryptoverwahrung)
Verwahrung, Verwaltung und Sicherung von Kryptowerten oder privaten kryptografischen Schlüsseln für andere. In Deutschland ist das seit 2020 eine erlaubnispflichtige Finanzdienstleistung nach dem KWG. Unter MiCA heißt die vergleichbare Dienstleistung „Verwahrung und Verwaltung von Kryptowerten für Kunden“ (Custody) und braucht eine Zulassung.
Quelle: BaFin, Kryptoverwahrgeschäft (2020); BaFin, Merkblatt MiCAR (2025)
Mehr: Krypto im institutionellen Portfolio: Zugang, Verwahrung, Regulierung und Risikobudget
- Kryptowert (Kryptoasset, Crypto Asset, Kryptowährung)
Digitale Darstellung eines Werts oder Rechts, die über eine Distributed-Ledger-Technologie wie eine Blockchain übertragen und gespeichert wird. Die MiCA unterscheidet E-Geld-Token, vermögenswertereferenzierte Token und sonstige Kryptowerte wie Bitcoin oder Ether; tokenisierte Finanzinstrumente fallen nicht darunter.
Quelle: BaFin, MiCAR (2024)
Mehr: Krypto im institutionellen Portfolio: Zugang, Verwahrung, Regulierung und Risikobudget
- Kryptowertpapier (eWpG, elektronisches Wertpapier, Security Token)
Elektronisches Wertpapier nach dem Gesetz über elektronische Wertpapiere (eWpG, 2021), das statt durch eine Urkunde durch Eintrag in ein Kryptowertpapierregister begeben wird. Das Register ist ein fälschungssicheres Aufzeichnungssystem, meist eine Blockchain. Wer das Register führt, braucht eine Erlaubnis der BaFin nach dem KWG.
Quelle: BaFin, Kryptowertpapiere (2023)
Mehr: Digital Assets: Tokenisierung, Stablecoins, Kryptowertpapiere und digitaler Euro
- Kubisches Gesetz (Inverse Cubic Law, Cubic Law)
Die Wahrscheinlichkeit großer Kursänderungen fällt wie eine Potenz mit dem Exponenten α ≈ 3 ab, nicht exponentiell wie bei der Normalverteilung; beobachtet von etwa 2 bis 100 Standardabweichungen. Die Varianz ist endlich, die Kurtosis unendlich.
- Kumulierte abnormale Rendite (CAR, CAAR)
Summe der abnormalen Renditen über die Tage eines Ereignisfensters. Gemittelt über viele Ereignisse (CAAR) zeigt sie, wie stark und wie schnell Kurse auf eine Art von Nachricht reagieren.
Beispiel: Abnormale Renditen von +0,4 %, +2,1 % und −0,3 % an drei Tagen ergeben eine CAR von +2,2 %.
Quelle: MacKinlay (1997)
Mehr: Event-Studien: Wie man Kursreaktionen auf Ereignisse misst und testet
- Kumulierte Rendite
Gesamte Wertveränderung über einen Zeitraum, ohne Umrechnung auf ein Jahr. 100 % in zehn Jahren klingen viel, entsprechen aber nur gut 7 % pro Jahr.
Mehr: CAGR: die durchschnittliche jährliche Rendite richtig berechnen
- Kündigungsfrist (Notice Period, Rückgabefrist)
Zeit zwischen Rückgabeantrag und Rücknahmetermin. Je länger sie ist, desto mehr darf ein semi-liquider ELTIF nach den EU-Standards je Termin auszahlen, weil ihm mehr Zeit für Verkäufe bleibt.
Beispiel: Vierteljährliche Rücknahme: ohne Frist höchstens 25,0 % der liquiden Basis je Termin, mit drei Monaten Frist 33,3 %, mit sechs Monaten 50,0 %.
Quelle: Delegierte Verordnung (EU) 2024/2759 (2024)
Mehr: ELTIF: Private Markets für Privatanleger nach den Regeln von ELTIF 2.0
- Kupon
Jährlicher Zins einer Anleihe in Prozent ihres Nennwerts. Ein höherer Kupon senkt die Duration.
- Kurs-Buchwert-Verhältnis (KBV, P/B)
Marktwert geteilt durch den bilanziellen Eigenkapitalwert. Fama und French sortieren Aktien nach dem Kehrwert (Buchwert-Marktwert) in Value und Growth.
Quelle: Fama und French (1992)
- Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV, P/E)
Aktienkurs geteilt durch den Gewinn je Aktie, meist der letzten zwölf Monate. Ein KGV von 20 heißt: Der Preis entspricht 20 Jahresgewinnen. Schwankt mit dem Konjunkturzyklus stärker als das CAPE.
- Kurtosis (Wölbung, Exzess-Kurtosis)
Wölbung einer Verteilung: Wie viel Gewicht liegt in den Rändern? Die Normalverteilung hat eine Kurtosis von 3 (Exzess-Kurtosis 0); Renditen haben meist mehr, also häufiger extreme Werte.
Mehr: Schiefe und Kurtosis: Warum Börsencrashs häufiger sind, als die Normalverteilung sagt
- Kurzsichtige Verlustaversion (Myopic Loss Aversion)
Wer sein Depot häufig anschaut, sieht öfter Verluste und empfindet Aktien als riskanter, als sie über seinen eigentlichen Anlagehorizont sind. Seltener hinsehen kann helfen.
Quelle: Benartzi und Thaler (1995)
Kurz und vereinfacht erklärt; keine Anlage- oder Steuerberatung.