Portfolio Lab

Glossar: Begriffe mit N

18 Begriffe von Nachgelagerte Besteuerung bis Nutzerkosten des Wohnens, kurz erklärt und wo möglich mit Quelle. Alle Begriffe von A bis Z

Nachgelagerte Besteuerung (EET-Prinzip, Besteuerung im Alter, Besteuerungsanteil)

Beiträge zur Altersvorsorge bleiben in der Ansparphase steuerfrei oder sind abziehbar, versteuert werden dafür die Leistungen im Alter mit dem dann geltenden persönlichen Steuersatz. So funktionieren gesetzliche Rente, Betriebsrente, Basisrente und das Altersvorsorgedepot; der Vorteil hängt am Unterschied zwischen dem Grenzsteuersatz heute und im Alter.

Quelle: EStG § 22 (2009)

Mehr: Altersvorsorge im Vergleich: Betriebsrente, Rürup, Altersvorsorgedepot und ETF-Rentenversicherung gegen den ETF-Sparplan

Nachtlicht-Daten (Nachtlichter, Night Lights)

Helligkeit der Erde bei Nacht aus Satellitenbildern als Maß für Wirtschaftsleistung. Sie ergänzen vor allem dort die amtliche Statistik, wo diese schwach ist, und erlauben Schätzungen für Regionen und Städte.

Quelle: Henderson u. a. (2012)

Mehr: Alternative Daten: Stellenanzeigen, Reddit, X, Satelliten, Kartenzahlungen

Negative Blase (Anti-Blase, Negative Bubble, Anti-Bubble)

Spiegelbild einer Spekulationsblase: Der Kurs fällt immer schneller, getrieben von Panik und Nachahmung. Im LPPLS-Modell ist der Trendparameter B dann positiv; das Ende kann ein kräftiger Umschwung nach oben sein.

Quelle: Demirer u. a. (2019)

Mehr: Spekulationsblasen: Was sie sind und wie das LPPLS-Modell sie sucht · Methodik: Blasen-Indikator (LPPLS): Methodik

Nelson-Siegel-Modell (Svensson-Modell)

Beschreibt die ganze Zinskurve mit wenigen Parametern für Niveau, Steigung und Krümmung. Die Svensson-Erweiterung mit einem zweiten Buckel nutzen viele Zentralbanken, darunter die Bundesbank.

Quelle: Nelson und Siegel (1987); Svensson (1994)

Mehr: Zinskurve: Was die Zinsstruktur verrät und warum eine inverse Kurve als Warnsignal gilt

Net-Return-Index (Nettoindex, Net Total Return)

Indexvariante, in der Dividenden nach Abzug einer pauschal angenommenen Quellensteuer wieder angelegt werden. Viele Indizes rechnen mit dem Satz für Anleger ohne Abkommensvorteile; ein ETF mit günstigerem Domizil kann seinen Index deshalb schlagen.

Mehr: Quellensteuer auf Dividenden: anrechnen, erstatten, Fondsdomizil

Netto-Leerverkaufsposition (Net Short Position, Leerverkaufsposition, Meldepflicht Leerverkauf)

Short-Positionen einer Person in den Aktien eines Unternehmens minus ihre Long-Positionen darin, in Prozent des ausgegebenen Aktienkapitals. In der EU ist sie der Aufsicht ab 0,1 % zu melden und ab 0,5 % zu veröffentlichen, danach je 0,1 Prozentpunkte, auch beim Unterschreiten.

Beispiel: 650.000 Aktien short und 120.000 long bei 100 Mio. ausgegebenen Aktien: 0,53 %, also zu melden und zu veröffentlichen.

Quelle: Leerverkaufsverordnung (2012)

Mehr: Leerverkauf, Hedgefonds und Hedging: Arten und Wirkung

Netto-Liquidität (Net Liquidity)

Näherung für die Liquidität im US-Finanzsystem: Bilanzsumme der Fed minus Konto des Finanzministeriums bei der Fed minus Reverse Repo. Steigt sie, fließt tendenziell mehr Geld in Märkte.

Methodik: Stimmung: Methodik für Angst-Gier-Index, Put/Call und COT

Nettoinventarwert (NAV, Net Asset Value, Inventarwert)

Wert aller Vermögensgegenstände eines Fonds abzüglich Verbindlichkeiten, je Anteil. Er wird einmal täglich festgestellt; der Börsenkurs eines ETFs pendelt um ihn.

Mehr: ETF-Grundlagen: Kosten, Replikation und Ertragsverwendung

Netzlast (Stromverbrauch, Last, Grid Load, Netzlast Strom)

Strommenge, die aus dem öffentlichen Netz entnommen wird. Sie ist das übliche Maß des Stromverbrauchs. Strom, den Haushalte und Betriebe aus eigenen Solaranlagen selbst verbrauchen, ohne ihn ins Netz einzuspeisen, fehlt darin. Als Konjunkturindikator schwankt sie auch mit Wetter, Feiertagen und Strompreisen.

Quelle: Fezzi und Fanghella (2020); Bundesnetzagentur | SMARD.de (2026)

Methodik: Konjunktur-Puls: wie Portfolio Lab Frühindikatoren rechnet

Newey-West-Standardfehler (HAC-Standardfehler)

Standardfehler, die Autokorrelation und schwankende Streuung berücksichtigen. Unverzichtbar bei Regressionen mit überlappenden Zeiträumen, etwa 10-Jahres-Renditen in Monatsschritten.

Quelle: Newey und West (1987)

Methodik: Bewertung mit dem Shiller-KGV: Methodik

Nichtveranlagungsbescheinigung (NV-Bescheinigung)

Bescheinigung des Finanzamts für Personen mit geringem Einkommen, etwa Studierende. Liegt sie der Bank vor, behält diese keine Kapitalertragsteuer ein, unabhängig vom Sparer-Pauschbetrag.

Mehr: Abgeltungsteuer, Teilfreistellung und Sparerpauschbetrag bei ETFs

Nießbrauch (Nießbrauchsvorbehalt, Vorbehaltsnießbrauch, Niessbrauch)

Recht, die Erträge einer Sache oder eines Vermögens zu ziehen, das einem anderen gehört. Beim Vorbehaltsnießbrauch verschenkt jemand ein Depot und behält die Erträge; der Kapitalwert des Nießbrauchs mindert den steuerpflichtigen Wert der Schenkung.

Beispiel: Jahreswert höchstens Wert des Depots / 18,6: bei 600.000 € also 32.258 € im Jahr.

Quelle: BewG (1991); ErbStG (1997)

Mehr: Depot vererben oder verschenken: Erbschaft- und Schenkungsteuer, Bewertung und Gestaltung in Tranchen

Niveau, Steigung, Krümmung (Level, Slope, Curvature)

Drei Faktoren, die fast alle Bewegungen der Zinskurve erklären: Parallelverschiebung, Drehung und Ausbeulung in der Mitte. Ergebnis einer Hauptkomponentenanalyse von Anleiherenditen.

Quelle: Litterman und Scheinkman (1991)

Mehr: Zinskurve: Was die Zinsstruktur verrät und warum eine inverse Kurve als Warnsignal gilt

Normalverteilung (Gauß-Verteilung)

Glockenförmige Verteilung, die nur durch Mittelwert und Standardabweichung bestimmt ist. Rund 68 % der Werte liegen innerhalb einer, rund 95 % innerhalb von zwei Standardabweichungen. Renditen haben in Wirklichkeit Fat Tails.

Mehr: Schiefe und Kurtosis: Warum Börsencrashs häufiger sind, als die Normalverteilung sagt

Nowcasting (Gegenwartsprognose, Echtzeitschätzung)

Schätzung der Gegenwart oder der jüngsten Vergangenheit, bevor amtliche Zahlen erscheinen, aus schnell verfügbaren Daten wie Schiffsbewegungen, Umfragen oder Zahlungen. AIS-Daten eignen sich etwa für ein Nowcasting des Seehandels.

Quelle: Arslanalp u. a. (2019); Cerdeiro u. a. (2020)

Mehr: Schiffsdaten und Satellitenbilder: Was sie über Rohstoffe verraten

Nullkuponanleihe (Zerobond)

Anleihe ohne laufende Zinszahlung, die unter dem Nennwert ausgegeben und zum Nennwert zurückgezahlt wird. Ihre Duration ist gleich der Restlaufzeit, ihre Zinsen nennt man Spot- oder Nullkuponzinsen.

Nutzerkosten des Wohnens (User Cost, User Cost of Housing, Kosten des Wohneigentums)

Jährliche wirtschaftliche Kosten einer selbstgenutzten Immobilie: Kreditzinsen und entgangene Rendite des Eigenkapitals, Instandhaltung, Grundsteuer und nicht umlegbare Kosten, verteilte Kaufnebenkosten, abzüglich der erwarteten Wertsteigerung. Liegen sie unter der Miete für eine gleichwertige Wohnung, spricht die Rechnung fürs Kaufen.

Beispiel: Nutzerkosten von 4,57 % des Kaufpreises entsprechen einem fairen Kaufpreis von 1 / 0,0457 = 21,9 Jahresmieten.

Quelle: Poterba (1984); Himmelberg u. a. (2005)

Mehr: Mieten oder kaufen: Nutzerkosten, Kaufnebenkosten 2026 und ein Vermögensvergleich über 20 Jahre

Kurz und vereinfacht erklärt; keine Anlage- oder Steuerberatung.