Glossar: Begriffe mit Z
14 Begriffe von Z-Spread bis Zyklische Aktien, kurz erklärt und wo möglich mit Quelle. Alle Begriffe von A bis Z
- Z-Spread (Zero-Volatility Spread, I-Spread, G-Spread)
Fester Aufschlag auf alle Spot-Zinsen einer Referenzkurve, meist der Swapkurve, mit dem die abgezinsten Zahlungen einer Anleihe genau ihren Marktpreis ergeben. Genauer als der I-Spread (Rendite minus Swapsatz), weil er die Form der Kurve berücksichtigt.
Quelle: O'Kane und Sen (2005)
Mehr: Anleihen-Mathematik: Preis, Rendite, Duration, Konvexität und Spreads rechnen
- z-Wert (z-Score, Standardwert, Standard Score)
Abstand eines Werts von seinem Mittel in Standardabweichungen: (Wert − Mittel) / Standardabweichung. Beim Pairs-Trading misst er, wie weit der Spread eines Paares vom Gleichgewicht entfernt ist; übliche Einstiegsschwellen liegen bei ±2.
Beispiel: Spread 0,05 über seinem Mittel bei einer Streuung von 0,02: z = 0,05 / 0,02 = 2,5.
Mehr: Pairs-Trading und statistische Arbitrage: Idee, Methoden, Forschung · Methodik: Long/Short und statistische Arbitrage: Methodik
- Zehnjahresfrist (10-Jahres-Frist, Zusammenrechnung, § 14 ErbStG)
Nach § 14 ErbStG werden alle Erwerbe von derselben Person innerhalb von zehn Jahren zusammengerechnet; die persönlichen Freibeträge gelten in diesem Zeitraum also nur einmal. Liegen zwischen zwei Schenkungen mehr als zehn Jahre, steht der Freibetrag erneut zur Verfügung.
Beispiel: Je 400.000 € heute, in zehn und in zwanzig Jahren (jeweils etwas mehr als zehn Jahre Abstand): 1.200.000 € an ein Kind ohne Schenkungsteuer.
Quelle: ErbStG (1997)
- Zeitcharter (Time Charter, Timecharter)
Miete eines Schiffs samt Besatzung für einen Zeitraum zu einer Tagesrate; der Charterer bestimmt, wohin es fährt oder ob es als schwimmendes Lager vor Anker liegt. Gegenstück ist die Reisecharter für eine einzelne Fahrt.
Beispiel: VLCC mit 2 Mio. Barrel zu 86.000 $ je Tag: 86.000 $ × 365 / 12 / 2 Mio. = 1,31 $ je Barrel und Monat.
Quelle: S&P Global Platts (2020)
- Zeitgewichtete Rendite (TWR, Time-Weighted Return)
Rendite, bei der Ein- und Auszahlungen herausgerechnet werden: Die Renditen der Teilperioden zwischen den Zahlungen werden verkettet. So misst man die Leistung einer Strategie oder eines Fonds unabhängig vom Zeitpunkt der Zahlungen.
Mehr: Zeitgewichtete Rendite und geldgewichtete Rendite: Was misst was? · Methodik: Backtest-Methodik: Daten, Ablauf, Rebalancing und Kosten
- Zero-Beta-CAPM
Variante des CAPM ohne unbegrenzte Kreditaufnahme zum sicheren Zins. An die Stelle des risikofreien Zinses tritt die Rendite eines Portfolios ohne Marktrisiko; die Wertpapiermarktlinie wird flacher.
Quelle: Black (1972)
Mehr: CAPM: Das Capital Asset Pricing Model und die Wertpapiermarktlinie
- Zielwährung (Carry-Währung, Hochzinswährung, Investment Currency, Target Currency)
Hoch verzinste Währung, die ein Carry Trade kauft, etwa Australischer oder Neuseeland-Dollar und viele Schwellenländerwährungen. Ihr Zins ist auch ein Ausgleich für höhere Inflation und Risiken; in Krisen fällt sie oft stark.
Quelle: Lustig u. a. (2011)
Mehr: Carry Trade: Zinsen kassieren mit Währungen und Anleihen
- Zinsabsicherungsquote (Hedge Ratio (LDI), Zins-Hedge-Ratio, Liability Hedge Ratio)
Anteil des Zinsrisikos der Verbindlichkeiten, den die Anlagen absichern: Basispunktwert der Absicherung geteilt durch den Basispunktwert der Verbindlichkeiten. Bei 100 % ändert eine kleine Parallelverschiebung der Zinsen den Überschuss nicht.
Beispiel: Verbindlichkeiten mit 1,50 Mio. € Basispunktwert, Absicherung mit 0,90 Mio. €: Quote 60 %. Steigen die Zinsen um 100 Basispunkte, wächst der Überschuss um 40 % × 150 Mio. € = 60 Mio. €.
- Zinseszins
Erträge werfen selbst wieder Erträge ab. Darum wächst ein Vermögen exponentiell: 7 % pro Jahr verdoppeln es in gut zehn Jahren.
Mehr: CAGR: die durchschnittliche jährliche Rendite richtig berechnen
- Zinsstruktur
Zinsen für verschiedene Laufzeiten, als Kurve dargestellt. Normal steigt sie mit der Laufzeit; eine inverse Kurve galt historisch oft als Rezessionssignal.
- Zinsswap (Interest Rate Swap, IRS, Festzinsswap)
Tausch fester gegen variable Zinszahlungen auf einen vereinbarten Nennwert, der selbst nicht fließt. Wer den festen Zins empfängt, gewinnt wie ein Anleihebesitzer, wenn die Zinsen fallen. Er erhält so Duration fast ohne Kapitaleinsatz, aber mit Sicherheitsleistungen, sobald der Swap an Wert verliert.
- Zinstagekonvention (Day Count Convention, Zinsmethode, act/act, 30/360, act/360)
Regel, wie Tage und Jahr bei Zinsberechnungen gezählt werden: act/act (tatsächliche Tage durch tatsächliche Tage der Kuponperiode, üblich bei Staatsanleihen), 30/360 (jeder Monat 30 Tage, das Jahr 360) oder act/360 (tatsächliche Tage durch 360, üblich am Geldmarkt).
Quelle: Tuckman und Serrat (2012)
Mehr: Anleihen-Mathematik: Preis, Rendite, Duration, Konvexität und Spreads rechnen
- Zuflusszeitpunkt der Vorabpauschale
Die Vorabpauschale eines Jahres gilt am ersten Werktag des folgenden Kalenderjahres als zugeflossen. Die Bank zieht die Steuer dann vom Verrechnungskonto ein, soweit kein Freistellungsauftrag greift.
Quelle: InvStG (2016)
- Zyklische Aktien (Zykliker)
Unternehmen, deren Gewinne stark mit der Konjunktur schwanken, etwa Industrie, Rohstoffe oder Autobauer. Sie steigen im Aufschwung überdurchschnittlich und fallen in Rezessionen stärker.
Kurz und vereinfacht erklärt; keine Anlage- oder Steuerberatung.