Portfolio Lab

Glossar: Begriffe mit V

49 Begriffe von Value at Risk bis VX30, kurz erklärt und wo möglich mit Quelle. Alle Begriffe von A bis Z

Value at Risk (VaR)

Verlust, der mit einer gewählten Wahrscheinlichkeit (etwa 95 %) in einem Zeitraum nicht überschritten wird.

Beispiel: 100.000 €, 0,5 % erwartete Monatsrendite, 4 % Volatilität: VaR 95 % ≈ 6.079 €.

Mehr: Value at Risk und Conditional VaR: wie viel im schlechten Fall weg sein kann

Value Investing (Value-Investing, Wertorientiertes Investieren, Substanzwert-Strategie)

Anlagestil, der Wertpapiere unter ihrem geschätzten inneren Wert kauft, mit einer Sicherheitsmarge als Puffer gegen Fehler. Begründet von Benjamin Graham und David Dodd; Warren Buffett erweiterte ihn um die Qualität des Geschäfts. In Faktormodellen entspricht ihm am ehesten der Faktor HML.

Quelle: Graham und Dodd (2008); Graham (2003)

Mehr: Investorenlegenden: Anlagestile der bekanntesten Investoren von Graham bis Simons

Value-Prämie (Value-Effekt)

Mehrrendite günstig bewerteter Aktien gegenüber teuren. Sie war über Jahrzehnte deutlich, fiel in den 2010er-Jahren aber lange aus.

Quelle: Fama und French (1992); Asness u. a. (2013)

Mehr: Faktorinvesting: die Fama-French-Faktoren verstehen

Vanna und Volga (Vanna, Volga, Vomma)

Greeks zweiter Ordnung: Vanna misst, wie sich das Delta mit der Volatilität ändert, Volga, wie sich das Vega mit der Volatilität ändert. Wichtig für Optionen weit aus dem Geld und für Exoten, deren Preis stark vom Smile abhängt.

Methodik: Optionsrechner: so bewertet Portfolio Lab Optionen

Varianz

Durchschnittliche quadrierte Abweichung vom Mittelwert; die Wurzel daraus ist die Standardabweichung bzw. Volatilität.

Mehr: Volatilität: wie stark ein Portfolio schwankt

Varianzquotient (Variance Ratio)

Verhältnis der Varianz von Mehrperioden-Renditen zur k-fachen Varianz der Einperioden-Rendite. Bei einem Random Walk ist er 1; Werte darüber deuten auf Trends, Werte darunter auf Mean Reversion.

Quelle: Lo und MacKinlay (1988)

Methodik: Asset-Analyse: Methodik von Korrelation bis Kointegration

Varianzrisikoprämie

Differenz zwischen impliziter und später realisierter Varianz. Sie ist im Mittel positiv: Anleger zahlen für Schutz vor Schwankung mehr, als die Schwankung im Schnitt kostet.

Quelle: Carr und Wu (2009); Bollerslev u. a. (2009)

Mehr: VIX: das Angstbarometer der Börse richtig lesen · Methodik: Volatilitäts-Dashboard: Methodik

Variation Margin (VM, Nachschusszahlung)

Täglicher Ausgleich der Gewinne und Verluste aus Futures und zentral abgewickelten Derivaten in bar. Anders als die Initial Margin, die als Sicherheit hinterlegt bleibt, fließt sie sofort ab. Ein Verlust auf einem Overlay muss also aus der Kasse bezahlt werden, auch wenn das abgesicherte Portfolio auf dem Papier gewinnt.

Quelle: BCBS, CPMI und IOSCO (2022)

Mehr: Overlay-Management mit Futures: Beta-, Duration- und Währungs-Overlay, Kontraktzahlen und Liquiditätsbedarf

Vega

Empfindlichkeit eines Optionspreises gegenüber der impliziten Volatilität: Gewinn oder Verlust je Prozentpunkt Volatilitätsänderung. Käufer von Optionen sind long Vega, Verkäufer short.

Mehr: Optionsbewertung: wie faire Optionspreise entstehen · Methodik: Optionsrechner: so bewertet Portfolio Lab Optionen

Venture Debt (Venture Lending, Wachstumskredit)

Kredite an Start-ups, die bereits Wagniskapital haben, meist mit Optionsscheinen auf Anteile als Zusatzvergütung. Die Kreditgeber verlassen sich weniger auf laufende Cashflows als auf verwertbare Sicherheiten wie Patente und darauf, dass die Eigenkapitalgeber nachfinanzieren.

Quelle: Hochberg u. a. (2018)

Mehr: Venture Capital: Finanzierungsrunden, Bewertung, Power Law und was die Forschung über die Rendite weiß

Veräußerungsgewinn

Verkaufserlös minus Anschaffungskosten und Kosten des Kaufs und Verkaufs. Bei Fonds werden die bereits versteuerten Vorabpauschalen abgezogen, damit nichts doppelt besteuert wird.

Quelle: InvStG (2016)

Mehr: Abgeltungsteuer, Teilfreistellung und Sparerpauschbetrag bei ETFs · Methodik: Steuern im Backtest: wie Portfolio Lab Abgeltungsteuer und Vorabpauschale rechnet

Verdeckte Gewinnausschüttung (vGA, verdeckte Ausschüttung)

Vermögensvorteil, den eine Kapitalgesellschaft ihrem Gesellschafter außerhalb einer ordentlichen Ausschüttung zuwendet, etwa ein überhöhtes Gehalt, ein zinsloses Darlehen oder die private Nutzung von Firmenvermögen. Sie mindert das Einkommen der Gesellschaft nicht (§ 8 Abs. 3 Satz 2 KStG) und ist beim Gesellschafter wie eine Ausschüttung zu versteuern.

Quelle: KStG (2002)

Mehr: Vermögensverwaltende GmbH: Ab wann lohnt sie sich? Steuern, Kosten und Break-even

Verfallstag (Expiry)

Tag, an dem eine Option oder ein Future endet. VIX-Futures verfallen an einem Mittwoch, 30 Tage vor dem dritten Freitag des Folgemonats, dem Verfall der zugehörigen S&P-500-Optionen.

Methodik: Volatilitäts-Dashboard: Methodik

Verfügbarkeitsentgelt (Availability Payment, Konzession, Nachfragerisiko, ÖPP, PPP, öffentlich-private Partnerschaft)

Zahlung der öffentlichen Hand an den Betreiber einer Infrastruktur dafür, dass sie nutzbar ist, unabhängig davon, wie viele sie nutzen; typisch für öffentlich-private Partnerschaften bei Straßen, Schulen oder Krankenhäusern. Das Gegenstück ist eine Konzession mit Nachfragerisiko, bei der Maut oder Nutzerentgelte die Erlöse bestimmen. Projekte der sozialen Infrastruktur mit solchen Zahlungen hatten bei Moody's mit 1,1 % die niedrigste Ausfallrate nach zehn Jahren.

Quelle: Moody's (2020)

Mehr: Infrastruktur-Investments: Equity und Debt, Erlösmodelle, Bewertung und Forschung

Verkettung von Attributionseffekten (Linking, Carino-Verkettung, Menchero-Verkettung)

Umrechnung der Effekte einzelner Perioden, damit sie sich über mehrere Perioden genau zur aktiven Rendite des Zeitraums addieren; verbreitet sind die logarithmischen Faktoren nach Cariño und das optimierte Verfahren nach Menchero.

Quelle: Cariño (1999); Menchero (2004)

Mehr: Performance-Attribution: Brinson-Zerlegung, Faktoren und Verkettung über die Zeit

Verlustaversion (Loss Aversion)

Verluste schmerzen stärker, als gleich große Gewinne freuen. Anleger verkaufen deshalb in Krisen zu spät oder zu früh und meiden Anlagen mit sichtbaren Schwankungen.

Quelle: Kahneman und Tversky (1979)

Verlustbescheinigung

Bescheinigung der Bank über nicht verrechnete Verluste, die bis zum 15. Dezember beantragt werden muss. Mit ihr lassen sich Verluste in der Steuererklärung mit Gewinnen bei einer anderen Bank verrechnen.

Quelle: EStG (2009)

Mehr: Abgeltungsteuer, Teilfreistellung und Sparerpauschbetrag bei ETFs

Verlusttopf

Konto der Bank für steuerliche Verluste, die mit späteren Gewinnen verrechnet werden. Es gibt einen allgemeinen Topf und einen für Einzelaktien.

Mehr: Abgeltungsteuer, Teilfreistellung und Sparerpauschbetrag bei ETFs

Verlustvortrag

Nicht verrechnete Verluste werden ins nächste Jahr übertragen und mindern dort künftige Gewinne. Bei der Bank geschieht das automatisch im jeweiligen Verlusttopf.

Mehr: Abgeltungsteuer, Teilfreistellung und Sparerpauschbetrag bei ETFs · Methodik: Steuern im Backtest: wie Portfolio Lab Abgeltungsteuer und Vorabpauschale rechnet

Vermögensbilanz (Household Balance Sheet, Haushaltsbilanz)

Gegenüberstellung aller Vermögenswerte und Schulden eines Haushalts. Im erweiterten Sinn gehören auch Humankapital und Rentenansprüche dazu; erst dann zeigt sich, welche Risiken jemand schon trägt.

Quelle: Ibbotson u. a. (2007)

Mehr: Das ganze Vermögen: Gesamtvermögen aus Depot, Haus, Humankapital und Auto

Vermögensverwaltende GmbH (Spar-GmbH, Vermögensverwaltungs-GmbH, Investment-GmbH, Holding-GmbH)

GmbH, die eigenes Vermögen anlegt (Aktien, Fonds, Anleihen oder Immobilien), statt ein operatives Geschäft zu betreiben. Kursgewinne aus Aktien sind in ihr zu 95 % steuerfrei, Zinsen und Streubesitzdividenden dagegen voll steuerpflichtig; bei der Ausschüttung an den Gesellschafter fällt noch einmal Abgeltungsteuer an.

Beispiel: Kursgewinn aus Aktien bei Hebesatz 400 %: 5 % × 29,825 % = 1,49 % Steuer in der GmbH.

Quelle: KStG (2002); GewStG (2002)

Mehr: Vermögensverwaltende GmbH: Ab wann lohnt sie sich? Steuern, Kosten und Break-even

Vermögenswertereferenzierter Token (ART, Asset-Referenced Token)

Kryptowert nach MiCA, der seinen Wert durch Bezug auf einen anderen Wert oder einen Korb stabil halten soll, etwa Gold, mehrere Währungen oder Kryptowerte (englisch Asset-Referenced Token, ART). Der Emittent braucht eine Zulassung, ein Whitepaper und eine Vermögenswertreserve; Emissionen bis 5 Mio. € im Durchschnitt über zwölf Monate sind von der Zulassung ausgenommen.

Quelle: BaFin, Merkblatt ART und EMT (2025)

Mehr: Digital Assets: Tokenisierung, Stablecoins, Kryptowertpapiere und digitaler Euro

Verrechnungssteuer

Schweizer Quellensteuer von 35 % auf Kapitalerträge wie Dividenden. Anleger mit Wohnsitz in Deutschland bekommen 20 Prozentpunkte auf Antrag innerhalb von drei Jahren zurück; 15 % rechnet die Bank in Deutschland an.

Quelle: ESTV (2026)

Mehr: Quellensteuer auf Dividenden: anrechnen, erstatten, Fondsdomizil

Verwässerung (Dilution, Kapitalverwässerung)

Rückgang des prozentualen Anteils bisheriger Gesellschafter, wenn neue Anteile ausgegeben werden (bei Finanzierungsrunden, Optionen oder Wandlungen). Sie kostet nichts, solange der Wert je Anteil mindestens gleich bleibt; bei einer Down-Round sinkt dagegen auch der Wert.

Beispiel: Wer 7 von 10 Mio. Anteilen hält und 4 Mio. neue Anteile hinnimmt, fällt von 70 % auf 7 / 14 = 50 %.

Mehr: Venture Capital: Finanzierungsrunden, Bewertung, Power Law und was die Forschung über die Rendite weiß

Verwässerungsschutz (Anti-Dilution, Full Ratchet, Weighted Average Anti-Dilution)

Vertragsklausel, die frühere Investoren bei einer Runde zu niedrigerem Preis (Down-Round) schützt: Ihr Wandlungspreis wird gesenkt, ganz auf den neuen Preis (Full Ratchet) oder nach einem gewichteten Durchschnitt (Weighted Average). Die zusätzliche Verwässerung tragen vor allem Gründer und Mitarbeiter.

Mehr: Venture Capital: Finanzierungsrunden, Bewertung, Power Law und was die Forschung über die Rendite weiß

Verwässerungsschutzgebühr (Anti-Dilution Levy, Verwässerungsgebühr)

Gebühr, die an Tagen mit großen Zu- oder Abflüssen nur den handelnden Anlegern berechnet wird und dem Fonds zufließt. Sie soll die geschätzten Handelskosten decken, damit die bleibenden Anleger nicht verwässert werden; anders als beim Swing Pricing bleibt der Anteilspreis für alle anderen unverändert.

Quelle: IOSCO (2023)

Mehr: Liquiditätsrisiko: Marktliquidität messen, Liquiditätsprämien und die Werkzeuge offener Fonds

Vintage Year (Jahrgang, Vintage, Auflagejahr)

Jahrgang eines Private-Markets-Fonds, je nach Quelle das Jahr des ersten Abrufs, der ersten Investition oder der Schließung des Fonds. Fonds desselben Jahrgangs investieren im selben Marktumfeld und werden deshalb miteinander verglichen; beim Commitment-Pacing kommt jedes Jahr ein neuer Jahrgang dazu.

Mehr: Takahashi-Alexander-Modell: Cashflows von Private-Markets-Fonds planen

Viterbi-Algorithmus (Viterbi-Pfad, Viterbi)

Findet mit dynamischer Programmierung die eine Folge verborgener Zustände mit der höchsten gemeinsamen Wahrscheinlichkeit, gegeben alle Beobachtungen. Weil er die ganze Reihe nutzt, ist der Viterbi-Pfad ein Rückblick; für Handelsregeln taugt nur die Filterwahrscheinlichkeit.

Quelle: Viterbi (1967)

Mehr: Regime-Modelle: Hidden Markov, Markov-Switching und Co. · Methodik: Regime-Methodik: wie das Hidden-Markov-Modell rechnet

VIX (Angstbarometer)

Index der erwarteten Schwankung des S&P 500 in den nächsten 30 Tagen, abgeleitet aus Optionspreisen. VIX 20 entspricht etwa 5,77 % Schwankung pro Monat.

Mehr: VIX: das Angstbarometer der Börse richtig lesen

VIX-Future

Future auf den VIX mit monatlichem Verfall. Sein Preis spiegelt die erwartete implizite Volatilität zum Verfallstag; ETFs und ETNs auf kurze VIX-Futures verlieren langfristig durch das Rollen im Contango.

Quelle: Whaley (2013)

Mehr: VIX: das Angstbarometer der Börse richtig lesen · Methodik: Volatilitäts-Dashboard: Methodik

VIX-Futures-Basis (VIX Futures Basis)

Abstand eines VIX-Futures zum VIX. Positiv (Contango) ist der Normalfall; der Abstand sagt nach Untersuchungen eher die späteren Renditen der Futures voraus als die Bewegung des VIX.

Quelle: Simon und Campasano (2014)

Methodik: Volatilitäts-Dashboard: Methodik

VLCC (Very Large Crude Carrier, Supertanker, Großtanker)

Very Large Crude Carrier: sehr großer Rohöltanker mit Platz für etwa 1,9 bis 2,2 Mio. Barrel; noch größer sind ULCC. Portfolio Lab ordnet Tanker ab 320 m Länge als VLCC ein, weil die Tragfähigkeit nicht im AIS steht.

Quelle: EIA (2014); Notteboom u. a. (2026)

Mehr: Schiffsdaten und Satellitenbilder: Was sie über Rohstoffe verraten · Methodik: Schiffe an Engpässen (Beta): Methodik

Volatilität

Standardabweichung der Renditen, meist annualisiert. Das gebräuchlichste Maß für Schwankungsrisiko.

Mehr: Volatilität: wie stark ein Portfolio schwankt

Volatilitäts-Barometer (Vola-Barometer, Volatility Barometer)

Eigener Index von 0 (sehr ruhig) bis 100 (Stress) aus sieben Bausteinen wie VIX, Terminstruktur, realisierter Volatilität und Rückgang vom 52-Wochen-Hoch. Jeder Baustein zählt als Perzentil-Rang der letzten drei Jahre, das Barometer ist ihr Mittel.

Methodik: Volatilitäts-Dashboard: Methodik

Volatilitäts-Clustering

Ruhige und unruhige Phasen häufen sich: Auf große Kursbewegungen folgen eher wieder große, auf kleine eher kleine. Deshalb lässt sich die Volatilität kurzfristig recht gut vorhersagen, die Richtung nicht.

Quelle: Engle (1982); Cont (2001)

Volatilitäts-Smile (Volatilitäts-Skew, Volatility Smile)

Implizite Volatilitäten verschiedener Ausübungspreise einer Laufzeit. Bei Aktienindizes sind Puts weit aus dem Geld deutlich teurer als Calls (Skew). Der Markt rechnet mit Crashs eher als mit Sprüngen nach oben.

Quelle: Gatheral (2006)

Mehr: VIX: das Angstbarometer der Börse richtig lesen · Methodik: Optionsrechner: so bewertet Portfolio Lab Optionen

Volatilitätsprämie

Unterschied zwischen eingepreister (VIX) und tatsächlich eingetretener Schwankung. Meist positiv: Absicherung kostet im Schnitt mehr, als sie auszahlt.

Mehr: VIX: das Angstbarometer der Börse richtig lesen

Volatility Decay (Beta Slippage, Hebelverlust, Volatilitätsverlust)

Wertverlust täglich gehebelter oder inverser Fonds durch Schwankung ohne Trend, ungefähr der Faktor exp(−L × (L − 1) / 2 × σ² × T). Eine verschärfte Form des Volatility Drag.

Beispiel: Index nach einem Jahr unverändert, Volatilität 25 %: 2-fach −6,06 %, 3-fach −17,10 %.

Quelle: Avellaneda und Zhang (2010)

Mehr: Gehebelte ETFs und Return Stacking: Funktion, lange Haltedauer, Kosten und Forschung

Volatility Drag (Varianzabschlag)

Abstand zwischen arithmetischer und geometrischer Rendite, näherungsweise die halbe Varianz. Hohe Schwankung bremst das Vermögenswachstum, auch wenn die durchschnittliche Rendite gleich bleibt.

Beispiel: Arithmetisch 8 % bei 20 % Volatilität: geometrisch etwa 8 % − 0,2² / 2 = 6 %.

Quelle: Fernholz und Shay (1982); Booth und Fama (1992)

Mehr: Volatility Drag: Warum Schwankung Rendite kostet

Volatility Harvesting (Volatilitätsernte)

Zusätzliches Wachstum aus dem Streuen auf schwankende, nicht vollständig korrelierte Anlagen und dem systematischen Zurückführen auf feste Gewichte. Es ist kein höherer arithmetischer Ertrag, sondern ein Effekt des Zinseszinses; Chambers und Zdanowicz (2014) halten dagegen, dass es den Erwartungswert nicht erhöht und ein Vorteil des Rebalancing aus Mean Reversion stammt.

Quelle: Bouchey u. a. (2012); Chambers und Zdanowicz (2014)

Mehr: Rebalancing: das Portfolio zurück auf Kurs bringen

Vollständige Neubewertung (Full Revaluation)

Jedes Wertpapier wird mit den Marktdaten des Szenarios neu bewertet, statt Sensitivitäten wie Duration oder Delta mit der Bewegung zu multiplizieren. Genauer bei großen Schocks, Optionen und Kreuzeffekten zwischen Faktoren.

Beispiel: Zehnjährige Anleihe mit Kupon 3 % bei Rendite 3 %: Bei +100 bp schätzt die Duration −8,53 %, die Neubewertung ergibt −8,11 %.

Mehr: Szenarioanalyse und Sensitivitätsanalyse: Aktien-, Zins-, Kredit- und Währungsrisiko im Stresstest

Volmageddon

Spitzname für den 5. Februar 2018: Der VIX stieg um 20 Punkte, so stark an einem Tag wie seit dem Crash von 1987 nicht, und Produkte, die täglich gegen VIX-Futures wetteten, brachen ein. Weil gehebelte und inverse Produkte kurz vor Handelsschluss Futures kaufen mussten, verstärkten sie den Anstieg; das inverse Produkt XIV verlor 84 % und wurde eingestellt.

Quelle: BIZ (2018); Augustin u. a. (2021)

Mehr: Tail Hedging: Was Put-Absicherung kostet, wann sie zahlt und was Short-Vol-Strategien lehren

Vorabpauschale

Jährlich versteuerter Mindestertrag thesaurierender Fonds: Wert am Jahresanfang × Basiszins × 0,7, höchstens der Wertzuwachs.

Beispiel: 10.000 € × 3,20 % × 0,7 = 224 € für 2026.

Mehr: Vorabpauschale: so wird sie berechnet

Vorabpauschale im Kaufjahr

Im Jahr des Kaufs mindert sich die Vorabpauschale um ein Zwölftel für jeden vollen Monat vor dem Erwerb.

Beispiel: Kauf im April, volle Vorabpauschale 200 €: drei volle Monate davor, also 200 × 9 / 12 = 150 €.

Quelle: InvStG (2016)

Mehr: Vorabpauschale: so wird sie berechnet

Vorschüssig und nachschüssig (vorschüssige Rente, nachschüssige Rente, Annuity Due)

Zahlungszeitpunkt in der Finanzmathematik: vorschüssig am Anfang einer Periode, nachschüssig am Ende. Eine vorschüssige Rate wird eine Periode länger verzinst; Renten-End- und Rentenbarwert sind daher um den Faktor (1 + i) höher.

Beispiel: 100 € im Jahr über zehn Jahre zu 5 %: Endwert nachschüssig 1.257,79 €, vorschüssig 1.320,68 €.

Mehr: Zinseszins: Wie Erträge auf Erträge ein Vermögen wachsen lassen · Methodik: Methodik der freien Finanzrechner: Lohn, Rente, FIRE, Auto, Immobilie und Depot

Vorwärts-Rückwärts-Algorithmus (Forward-Backward-Algorithmus, Forward-Backward, Vorwärts-Algorithmus)

Rechenweg für Hidden-Markov-Modelle: Der Vorwärtsteil läuft von der ersten zur letzten Periode und liefert die gefilterten Wahrscheinlichkeiten und die Likelihood; der Rückwärtsteil läuft zurück und ergänzt, was spätere Beobachtungen über jede Periode verraten. Zusammen ergeben sie die geglätteten Wahrscheinlichkeiten. Damit die Zahlen bei langen Reihen nicht gegen null laufen, normiert man in jeder Periode (Skalierung) und summiert die Logarithmen der Normierungsfaktoren zur Log-Likelihood.

Quelle: Rabiner (1989)

Mehr: Regime-Modelle: Hidden Markov, Markov-Switching und Co. · Methodik: Regime-Methodik: wie das Hidden-Markov-Modell rechnet

VVIX

Volatilität des VIX selbst, berechnet aus Optionen auf den VIX. Zeigt, wie teuer Absicherung gegen VIX-Sprünge ist; typisch 80 bis 120.

Mehr: VIX: das Angstbarometer der Börse richtig lesen

VWAP (volumengewichteter Durchschnittspreis, VWAP-Algorithmus)

Volume Weighted Average Price: volumengewichteter Durchschnittspreis aller Geschäfte eines Zeitraums, Summe aus Preis mal Volumen geteilt durch das Volumen. Gängiger Maßstab für Ausführungskosten und Name eines Algorithmus, der nach dem Volumenprofil handelt.

Beispiel: Geschäfte über 10.000 Aktien zu 50 € und 30.000 Aktien zu 51 €: VWAP = (500.000 + 1.530.000) / 40.000 = 50,75 €.

Quelle: Berkowitz u. a. (1988)

Mehr: Ordertypen und Ausführung: von der Limit-Order über MOC und VWAP bis zu TAS und BTIC

VX30 (VIX-Future 30 Tage, Constant-Maturity-VIX-Future)

Rechnerischer VIX-Future mit konstant 30 Tagen Restlaufzeit, linear aus dem ersten und zweiten Monatskontrakt nach Tagen bis zum Verfall gewichtet. VX30 / VIX − 1 ist die Roll-Rendite gegenüber dem VIX.

Methodik: Volatilitäts-Dashboard: Methodik

Kurz und vereinfacht erklärt; keine Anlage- oder Steuerberatung.